Sonntag, 31. Januar 2010

Geschafft!

Der Jänner ist vorüber und ich hab durchgehalten! Jeden Tag gebloggt!

Na gut, könnte man sagen, ist ja noch neu, da isses ja noch interessant. Stimmt allerdings. Ich weiß bloß noch nicht, wie lange ich das machen kann, ich sitze ja eh schon jeden Tag viel zu lange vor meinem "Kastl". Und ständig habe ich neue Ideen...
In den letzten Tagen habe ich mich wieder gnadenlos durch die Blogosphere geklickt und ich hab so tolle Sachen entdeckt, die ich auch gerne mal machen möchte. Es gibt ja sooo viele kreative Mädels da draußen, die ganz wunderbare, schöne Dinge anfertigen, und ich krieg richtig Lust, wieder mal mit Handarbeiten anzufangen. Den letzten "Rappel" hatte ich vor 3 Jahren, da hab ich angefangen, Handtaschen zu häkeln, eine einzige wurde fertig und auch gleich verschenkt, die beiden anderen liegen unfertig in einem Korb im Regal :-((, und ich hoffe inständig, dass sich die Motten noch nicht darüber hergemacht haben.

Jetzt musste ich doch glatt mal nachsehen - und tatsächlich, sie sind unversehrt! Und weil ich sie schon mal da hatte, hab ich gleich ein paar Fotos davon gemacht:

Der "Prototyp" in rot und orange ist sogar schon mit einem passenden Stoff gefüttert, da fehlen nur mehr die Fransen...


Durch die verzerrte Fotoperspektive sieht das gute Stück ein bisschen unförmig aus, deshalb hab ich die andere Tasche mal auf die Türschnalle gehängt fürs Foto - sieht doch gleich besser aus.

Bei der türkisen Tasche fehlt das Futter noch, und ich denke, da werde ich auf Blümchen und Fransen eher verzichten...





Mal sehen, vielleicht schaffe ich es ja, bis zum Frühling die beiden Taschen fertigzumachen...

Samstag, 30. Januar 2010

10 Songs, bei denen ich mein Radio lauter drehe

Es gibts Songs, bei denen wechsle ich den Sender, weil ich sie nicht (mehr) hören mag, aber zum Glück gibt es auch Songs, die ich nicht oft genug (und in voller Lautstärke) hören kann, und das sind 10 davon:

"The Wild Boys"(Duran Duran)
"I will survive" (Gloria Gaynor)
"Total Eclipse of the Heart" (Bonnie Tyler)
"Islands in the Stream" (Dolly Parton & Kenny Rogers)
"Angel of Harlem" (U2)
"You could be mine" (Guns'n'Roses)
"Wild Horses" (Rolling Stones)
"Rag Doll" (Aerosmith)
"(I've had) The Time of my Life" (Bill Medley & Jennifer Warnes)
"It's all over now, Baby Blue" (am liebsten in der Version von Falco)

Die Liste ist bei weitem nicht vollständig, aber das sind die, die mir mal so eben einfallen. Außerdem natürlich auch noch alle Songs von ABBA und (fast) alle Songs von Robbie Williams.

Freitag, 29. Januar 2010

ich lese gerade...

..."Das Paradies" von Barbara Wood.
Und ich muss ehrlich gestehen, ich finde nicht richtig in dieses Buch hinein. Keine Ahnung warum, ich hab schon so viele Bücher von Barbara Wood gelesen, und die waren eigentlich immer ein sicherer Griff, eine fesselnde Story war garantiert. Aber dieses hier ist ein bisschen langatmig, die bisher vorgestellten Charaktere (und das sind verdammt viele, vielleicht liegt´s ja daran), sind mir fremd und scheinen es auch zu bleiben. Auf den ersten 75 Seiten (von 639!) sind schon so viele Personen (vor allem Frauen) aufgetaucht, dass ich es ein bisschen schwierig finde, die alle irgendwie auseinanderzuhalten. Ein ganzer Haufen Geheimnisse ist schon angedeutet worden, das lässt die Hoffnung aufkommen, dass es doch noch spannend wird.

Vielleicht bin ich aber auch mit falschen Erwartungen an das Buch rangegangen. Es spielt ja in Ägypten und ich dachte, da wird es wohl um irgendwelche geheimnisvollen archäologischen Funde gehen, wie in einigen anderen Büchern von Barbara Wood. Auf sowas steh ich. Vor allem, weil wir 2008 eine Nilkreuzfahrt gemacht haben und ich noch immer voller Begeisterung an die faszinierenden Tempel mit den toll erhaltenen Inschriften denke und an die entspannende Schifffahrt auf dem Nil, während das großartige Panorama des Ufers langsam vorbeizieht...

Tja, vielleicht hätte ich doch die Inhaltsangabe besser lesen sollen...


Donnerstag, 28. Januar 2010

ich glaub ich hab mich infiziert...


Gestern abend hab ich "Stürmische Eskapaden" von Kathryn Caskie ausgelesen. Bisher habe ich ja um das Genre Historischer Liebesroman einen großen Bogen gemacht. Immer mal wieder bin ich vor den Regalen mit den bewußten Büchern gestanden und hab "nur gschaut". Die teilweise echt fürchterlichen Titel und die größtenteils noch fürchterlichen Titelbilder haben mich jedoch immer davon abgehalten, mir eins davon zu kaufen. Mit sowas wollte ich wirklich nicht in der Straßenbahn erwischt werden.

Alsdann, oben erwähntes Buch hab ich ja kürzlich im Abverkauf beim A&M erstanden, und ich muss leider gestehen, dass ich keine ernstzunehmende Rezension schreiben kann, weil mir absolut die Erfahrung mit dem Genre fehlt. Na gut, zugegeben, ich habe in diesem Monat schon mal einen historischen Liebesroman gelesen, das wirklich supertolle "Passion" von Lisa Valdez - allerdings traue ich mich in diesem Fall, es beurteilen zu können, weil es in meinen Augen mehr erotischer als historischer Roman ist. Und da kenn ich mich aus, da hab ich ja schon einiges gelesen, da kann ich mitreden!

Was jetzt aber jetzt diese Regency-Dinger anbetrifft, so bin ich da gänzlich unerfahren, ich kenn mich einfach nicht aus mit den ganzen Lords und Schottenrockträgern und mit den hübschen Kleidern und sonstigen seltsamen Kleidungsstücken, deren Namen ich nicht mal kenne und die ich dann googeln muss: Pelisse, Retikül oder Sporran zum Beispiel kamen da vor. D.h. ich kann mir aus dem Kontext schon denken, was es ist, ein Bild dazu wäre allerdings für meine Phantasie äußerst hilfreich. Da gibt´s also einiges an Geschichtsunterricht für mich nachzuholen...

Nun will ich aber trotzdem ein bisschen was über das Buch schreiben, weil da nämlich was passiert ist - worauf ich hinauswill - ich fürchte ich habe mich mit dem "Historical-Romance-Virus" infiziert.

Die Story:
Jenny Penny ist eine Kammerzofe bei den Featherton´s, zwei schrulligen alten Damen. Jenny Penny ist außerdem die Tochter eines Adeligen, der es aber verabsäumt hat, ihre Mutter zu heiraten, die deshalb auch noch immer als Dienstbotin arbeitet. Jenny Penny findet das ungerecht und träumt davon, eine richtige Lady zu sein. Eigentlich ist sie sogar der Meinung, sie hätte es verdient und deshalb bekämpft sie ihren Frust mit einkaufen. Sie ist verrückt nach der neuesten Mode, nach Schmuck und sonstigem Tand und stürzt sich dabei in hohe Schulden. In allen Geschäften von Bath hat sie schon anschreiben lassen und wirft die Mahnungen achtlos ins Herdfeuer.
Jenny Penny ist aber nicht dumm, im Gegenteil, als sich eine von ihr selbst in der herrschaftlichen Küche hergestellte Gesichtscreme als wahres Wundermittel in einem ganz anderen Bereich entpuppt, bietet sich Jenny die Möglichkeit, genug Geld zu verdienen, um ihre Schulden abzubezahlen. Heimlich verkauft sie die Creme, die rasch zu einem Geheimtipp im Kreise der adeligen Damen wird, über ein Netzwerk der Dienerschaft. So weit so gut. Wäre da nicht noch die Sache mit einem Hünen im Schottenrock.
Der wunderbare Lord Argyll, der in Bath weilt, um Nachforschungen über seine verstorbene Mutter anzustellen, begegnet Jenny Penny im Haus der Featherton´s, als diese gerade ein Ballkleid der jungen Meredith trägt, der Nichte der beiden ältlichen Schwestern. Er hält sie für eine Lady, und die beiden alten Schrullen, die sich so gerne als Ehestifterinnen betätigen, beschließen, sich einen Spaß daraus zu machen. Jenny, die ja so gerne eine Lady wäre, macht nur zu gerne bei der Scharade mit, kommt sie doch so erstmals in den Genuß in wunderschönen Kleidern auf einen Ball zu gehen.
Lord Argyll verliebt sich in "Lady Genevieve", ohne zu wissen, dass sie nur eine Kammerzofe ist. Sowas kann natürlich nicht lange gut gehen, wenn rundherum Intrigen gesponnen werden. Weil das alles aber noch nicht genug ist, droht auch noch Jennys Urheberschaft an der sogenannten "Prickelcreme" enttarnt zu werden, denn einige Leute wissen, wer hinter dem Namen "Lady Eros" steckt.

Kommentar:
"Stürmische Eskapaden" ist wahrscheinlich nicht eines der besten Bücher dieses Genres, meiner Meinung nach ein bisschen zu viele Unglaubwürdigkeiten, inhaltliche Schwächen und auch stilistisch nicht ganz so toll. Und alles ein bisschen dick aufgetragen.
Aaaaber - eines kann ich mit Sicherheit sagen: ich habe mich amüsiert, es hat mich gut unterhalten!

Ich hab allerdings keine Vergleichsmöglichkeit mit anderen Büchern des Genres - aber ich denke, das wird sich demnächst ändern.
Für meinen Geschmack war viel zu wenig Erotik drinnen und das auch noch äußerst züchtig.
Außerdem hat sich die Beziehung der beiden nicht entwickelt, die kannten sich kaum und wußten schon, es ist die große Liebe, nein ehrlich, das ging mir ein bisschen zu schnell. Die Autorin hätte vielleicht auf die ein oder andere Intrige verzichten können, sie hätte vielleicht weniger ausführlich die Kaufräusche von Jenny beschreiben sollen und die ganzen Kleider. Die Liebesgeschichte war durch das viele Drumherum nämlich ein bisschen unausgegoren.

Trotz alledem, wie schon gesagt, ich bin auf den Geschmack gekommen und mache mich jetzt auf die Suche nach den richtig guten Romanen des Genres! Hinweise sind herzlich willkommen!



Mittwoch, 27. Januar 2010

[Rezension] Paolo Coelho: Veronika beschließt zu sterben ***


Hab ich bereits vor einigen Tagen ausgelesen, und jetzt komm ich endlich mal dazu, die versprochene Rezension zu schreiben.

Die Story:
Eine junge Frau namens Veronika, die von ihrem Leben gelangweilt ist, scheitert beim Versuch, sich deshalb mit Schlaftabletten umzubringen, und landet in einer geschlossenen Anstalt. Dort befinden sich neben "normalen Verrückten" auch ein Haufen Leute, die nur so tun als ob, und sich auf diesem Weg die Mühsal eines "normalen" Lebens ersparen wollen. Die Anstaltsleitung braucht das Geld und nimmt deshalb alle auf, die bleiben wollen.
Durch den Kontakt mit den "Verrückten" und den "normalen Verrückten" findet Veronika ihren Lebenswillen wieder, was aber ein bisschen spät ist, weil sie bei ihrem Selbstmordversuch ihr Herz geschädigt, und deshalb nicht mehr lange zu leben hat.
Durch das tragische Schicksal von Veronika aufgerüttelt, fangen auch alle anderen an, über ihr Leben nachzudenken...

Kommentar:
Das Buch ist für meinen Geschmack ein bisschen sehr einfach gestrickt, zumal der Name des Autors eigentlich, so dachte ich zumindest immer, für tiefgründige Lektüre steht. Vor einigen Jahren habe ich "Der Alchimist" von ihm gelesen, und das Buch über den Jakobsweg, das mir eigentlich sehr gut gefallen hat.
Leider drischt Herr Coelho in diesem Buch reichlich verbrauchte Phrasen, der Großteil der Geschichte ist äußerst klischeehaft, teilweise sogar banal.
Da werden einige beispielhafte "Schicksale" geschildert, die abgedroschener und platter gar nicht sein könnten: die depressive Hausfrau die ihre Erfüllung in Astralreisen findet; der Sohn eines Diplomaten, der lieber Künstler werden will und weil sich seine Eltern was anderes wünschen, halt schizophren wird und aus der bösen Welt flüchtet, damit er seinem Vater keine Schande macht; die erfolgreiche Rechtsanwältin, die unter Panikattacken leidet und eigentlich eh schon immer viel lieber den armen Straßenkindern helfen wollte; der Anstaltsdirektor, der glaubt, den Stein der Weisen gefunden zu haben und Veronika für sein Experiment benutzt...
Die Charaktere bleiben flach und farblos, teilweise sogar unsympathisch, der Schreibstil ist irgendwie einfallslos und sehr einfach, tatsächlich hab ich das Buch innerhalb sehr kurzer Zeit bei einigen Fahrten in der Straßenbahn ausgelesen, ohne jegliche Nebenwirkungen.
Das Buch, das anfangs relativ langweilig war, entwickelt sich im weiteren zu einer Ansammlung esoterischer und psychologischer Binsenweisheiten und gipfelt in der Metabotschaft, dass Veronika doch bloß Selbstmord begehen wollte, weil sie eine unbefriedigte Frau war. Nachdem sie von einer "Mitinsassin" dazu aufgefordert wird, sich selbst zu befriedigen, was sie dann auch erfolgreich tut (diese Szene war übrigens die absolut unnötigste, völlig daneben und schlecht geschrieben noch dazu), gewinnt sie plötzlich ihren Lebenswillen wieder.

Die Botschaft des Buches kurz zusammengefasst: Lebe wild und nach deinen eigenen Ideen, sei hin und wieder ein bisschen verrückt und kümmere dich nicht, was die anderen darüber denken, und vor allem: lebe deine Sexualität frei aus.
Ach nee - das sind ja absolute Neuigkeiten! Noch nie von gehört!

Wirklich irritiert hat mich aber, dass Coelho über sich selbst in seinem Buch in der dritten Person schreibt, noch mehr irritiert allerdings, dass er überhaupt dort auftaucht (wenn auch nur ein Kapitel lang).

Fazit:
Einzig und allein das Happy End hat das Buch für mich noch herausgerissen, und deshalb gibt´s grad mal 3 Sterne dafür. (Weil ich Happy Ends halt mag - aber dafür les ich eine Romance, da weiß ich was ich krieg und es kommt nicht pseudointellektuell daher.)

Dienstag, 26. Januar 2010

Traumurlaub La Gomera, Teil 5: Valle Gran Rey



Die zweite Woche unseres Gomera-Urlaubes haben wir im Valle Gran Rey im Südwesten der Insel verbracht. Unsere Unterkunft dort haben wir kurzfristig 2 Tage vorher per E-Mail gebucht, was überhaupt kein Problem war zum Zeitpunkt unseres Urlaubes im September. Zur Hauptsaison (z.B. Weihnachten) würde ich allerdings im Voraus buchen. "Irgendein" Zimmer kriegt man bestimmt immer, aber wenn man etwas Besonderes möchte, empfiehlt es sich ganz sicher, einige Zeit im Voraus zu planen.

Wir haben uns für den Ortsteil La Playa entschieden und dort ein sehr nettes Appartement in der Gomera Lounge, direkt an der Strandpromenade, gefunden. Die 10 Zimmer in der Gomera Lounge sind alle verschieden und im Stil eines anderen Landes eingerichtet. Wir hatten das Bali-Zimmer.




Alle Zimmer haben Balkon, die größeren gehen vorne auf die Promenade und den Strand hinaus, die kleineren in eine ruhige Seitengasse, haben aber ebenfalls seitlichen Meerblick und außerdem Aussicht auf das ziemlich neue 4-Stern-Hotel Playa Calera, das übrigens auch sehr nett aussieht, preislich jedoch deutlich höher liegt als ein Appartement. Der Pool am Dach sieht wirklich spektakulär aus auf den Fotos, doch wer braucht den schon, mit der wunderschönen Bucht von La Playa direkt vor der Haustür?

Hier ein Foto der Bucht, abends aufgenommen, und deshalb relativ unbevölkert und bereits im Schatten. Das Wasser dort ist absolut traumhaft, und feiner weicher Sand bis ganz weit hinaus!




Die Fahrt ins Valle Gran Rey führt immer mitten über die Insel, von wo man auch kommt, denn es gibt auf La Gomera keine Küstenstraße, die die Orte verbindet. Auf der Fahrt durch den Nationalpark hat man immer wieder spektakuläre Ausblicke - es empfiehlt sich wirklich, hin und wieder mal bei einem "Mirador" stehen zu bleiben - hier zum Beispiel ein Blick über den Nebelwald, im Hintergrund der Teide auf Teneriffa, sieht aus, als sei er zum Angreifen nahe!




Oberhalb des Tales liegt ein Restaurant, das der kanarische Künstler César Manrique gestaltet hat, hier die Ansicht des Daches mit einer für ihn typischen Skulptur (Windspiel).




Leider hatte das Restaurant auf unbestimmte Zeit geschlossen, und so konnten wir nur von einer Terrasse aus einen Blick auf das Valle machen:




Die Straße mit ihren unzähligen Kurven zieht sich durch das ganze Tal bis ans Meer, zwischendurch gibt´s immer wieder noch mehr grandiose Ausblicke, etwa auf diese Felsformationen:






Von Valle Gran Rey ausgehend kann man ebenfalls einige tolle Wanderungen machen, dazu gibt´s demnächst noch einen eigenen Post.
Ansonsten kann man in den verschiedenen Ortsteilen von Valle Gran Rey zB. wunderbar Essen, Souvenirs einkaufen (Tipp: die schönsten Sachen haben wir in der Keramikwerkstatt von Sonja & Tomás, etwas oberhalb im Tal, in El Retamál, direkt an der Hauptstraße Carretera General, gefunden!), am Strand spazieren gehen, oder eine Whale-Watching-Tour mitmachen, was ich unbedingt empfehlen würde.

Oceano Gomera bietet "sanftes" Whale-Watching an, mit einem relativ kleinen Boot (ein umgebautes Fischerboot) kreuzt man in einer Gruppe von max. 10 Personen 3 bis 4 Stunden vor der Küste herum, und hält Ausschau nach Delphinen und Walen. Wir hatten Glück und konnten eine zeitlang eine Gruppe von ca. 50 Tümmlern beobachten, die das Boot umkreist haben. Außerdem sind wir einem Brydewal begegnet, der bis zu 14m lang werden kann, also 4m länger als unser Boot... Er kam dem Bug unseres Bootes so nah, dass wir ihn (mit gaaanz langen Armen) beinahe hätten angreifen können - ein unglaubliches Erlebnis! Hier ein paar Fotos von unserer Tour:

Das Boot, bevor es losging, im Hafen von Vueltas:




Delphine!



und nochmal:




und hier ein kleiner Ausschnitt vom Rücken des Brydewals:




Auf dem Weg zurück zum Hafen fuhren wir entlang der Insel und konnten noch einige grandiose Eindrücke der steilen Küste mitnehmen, so in etwa:




Die Orte im Valle Gran Rey sind ganz anders als Hermigua, wo wir die totale Ruhe genossen haben. Im Valle ist einfach viel mehr los, es ist das touristische Zentrum der Insel. Obwohl sich in den Ortsteilen La Puntilla, Borbalan und Vueltas eine Appartement-Anlage an die nächste reiht, kann man hier trotzdem nicht von Massentourismus sprechen, denn es bleibt alles in relativ kleinem Rahmen, und das ist auch gut so.

Montag, 25. Januar 2010

[Rezension] Haruki Murakami: Afterdark **


Heute ausgelesen habe ich Afterdark von Haruki Murakami, das eigentlich mehr ein Romanfragment oder eine Erzählung ist, als ein Roman.
Die Geschichte ist ein bisschen dürftig für meinen Geschmack und außerdem befinden sich in dem Buch haufenweise leere Seiten, die aber bei der Gesamtseitenzahl mitgezählt werden. Mindestens 3 vor jedem der 18 Kapitel und seltsamerweise beginnt das Buch mit Seite 9.
Ich hab mich gefragt warum und mal rückwärts gezählt. Konsequenterweise hätte man das erste Blatt im Buch auch noch mitzählen können.
Und den Einband auch gleich.
Auf jeden Fall kommen die guten Leute mit dieser Zählung auf 237 Seiten, die das Buch aber definitiv nicht hat. Abzüglich der 56 Leerseiten sind es gerade mal 181.
Ich bin jetzt vielleicht kleinlich, aber ich hab mich heute wirklich geärgert, weil ich den ganzen Vormittag beim Arzt warten musste, und das Buch schon aus war, bevor ich mit meiner Untersuchung fertig war...
Naja, ich will trotzdem eine kurze Rezension schreiben.

Die Story:
Das Buch beginnt um 23:56 Uhr und endet um 06:52 Uhr. Dazwischen passiert folgendes:
Mari, ein 19jähriges Mädchen sitzt in einem Restaurant, in die Lektüre eines dicken Buches, dessen Titel und Inhalt man niemals erfährt, vertieft. Da taucht Takahashi auf, der sie vor zwei Jahren mal getroffen hat. Er erkennt sie gleich wieder und setzt sich zu ihr. Obwohl sie am Anfang eher abweisend reagiert, beginnen die beiden dann doch noch ein Gespräch, das mit mehreren Unterbrechungen die ganze Nacht dauert. Takahashi spielt Posaune in einer Band und probt gerade in der Nähe. Während er wieder zurück bei seinen Proben ist, wird Mari von einer Frau, die sich als Kaoru, eine Bekannte von Takahashi vorstellt, gebeten, mit ihr in ein Love-Hotel in der Nähe, dessen Geschäftsführerin sie ist, mitzukommen, um mit ihren chinesischen Sprachkenntnissen dort auszuhelfen. In dem Hotel trifft Mari auf eine gleichaltrige chinesische Prostituierte, die zuvor von einem Freier zusammengeschlagen worden ist. Nachdem diese notdürftig verarztet worden ist, wird sie von ihrem Zuhälter auf einem Motorrad abgeholt.
Mari wird von Kaoru wieder in einem anderen Restaurant abgesetzt, wo später wieder Takahashi dazukommt. Sie gehen in einen verlassenen Park und füttern dort Katzen.
Kaoru macht unterdessen den Freier, der die junge Chinesin mißhandelt hat, auf dem Überwachungsvideo ausfindig und übergibt einen Ausdruck des Fotos dem Zuhälter des Mädchens. Über den Freier erfährt man, dass er ein Anzug-und-Krawatte-tragender Angestellter ist, der nachts arbeitet, und sich offensichtlich häufiger mit Prostituierten in dem Love-Hotel trifft, bevor er dann nachhause zu Frau und Kindern fährt.
Einige immer wieder eingestreute Kapitel erzählen außerdem die Geschichte von Maris wunderschöner Schwester, die zuhause  schläft. Wie sich im Laufe der Geschichte herausstellt, tut sie das bereits seit 2 Monaten.

Kommentar:
Murakami erzählt aus der Perspektive einer Kamera, die von oben alles beobachtet. Er verbrüdert sich mit dem Leser zu einem "wir" (oder verschwestert sich mit der Leserin...). "Wir" betrachten also die ganzen Vorkommnisse dieser Nacht, lauschen den Dialogen, kriegen aber aufgrund der Perspektive absolut nichts von den Emotionen der beobachteten Personen mit. Alles wird wie ein neutraler Bericht geschildert.
Leider bekommen die handelnden Personen und auch die Szenerie keinerlei Tiefe, keine Farbe. Es entstehen keine Bilder im Kopf. Die Geschichte zwischen Mari und dem Posaunisten Takahashi könnte sich eventuell zu einer netten kleinen Love-Story entwickeln, aber nicht in diesem Buch, denn noch bevor irgendwas passieren kann, ist es schon aus.
Besonders langweilig fand ich die Kapitel um Maris Schwester Eri, die zwei Jahre älter ist und als Model gearbeitet hat. Eri wacht den ganzen kurzen Roman lang nicht auf, verlässt aber trotzdem auf unerklärliche/ungeklärte Weise ihr Bett und landet in einem Raum, der auf dem Bildschirm ihres (nicht angeschlossenen!) Fernsehers zu sehen ist. Ich frage mich, was der Autor damit sagen wollte. Meiner Meinung nach ein missglücktes mystisches Element, das irgendwie fehl am Platz wirkt.

In der ganzen Geschichte kommt leider keinerlei Spannung auf, eigentlich passiert ja auch gar nichts. Man erfährt zwar, warum Mari die Nacht lieber allein in einem gefährlichen Vergnügungsviertel verbringt, als bei ihrer Familie und warum Takahashi die Band verläßt um sein Studium endlich ernsthaft fortzuführen, alles andere jedoch bleibt ungeklärt und zum Schluß offen. Man könnte meinen, die Geschichte sei der Entwurf zu einem Roman, den man darauf aufbauen könnte, ist es aber meines Wissens nach nicht.

Fazit:
Haruki Murakami wird als japanischer Kultautor bezeichnet, dieses Buch kann seinen Ruf jedoch auf keinen Fall begründet haben, und kriegt von mir wegen schmerzhafter Langeweile auch nur 2 Sterne.


Sonntag, 24. Januar 2010

[Rezension] Zeruya Shalev: Liebesleben ***


Das Buch hab ich ja schon ein paar Tage ausgelesen, aber ich wollte eigentlich noch eine Rezension schreiben. Naja, ich hab mich inzwischen mit mir selbst darauf geeinigt, dass ich das Buch NICHT gut finde.

Begründung:
1. Ich mag die Protagonisten nicht. Die Hauptperson Ja`ara mochte ich von der ersten Seite weg schon nicht. An der Stelle wo sie, veranwortlich für den Tod einer Katze, einfach davonläuft, war´s komplett aus mit mir. Dieses Davonlaufen zieht sich überhaupt durch das ganze Buch und ist das einzig konstante Merkmal an J.s Verhalten. (Ich schreib jetzt übrigens nur mehr J. weil mir sogar der Name auf die Nerven geht und ich mich dauernd vertippe.) Ansonsten dreht sie sich wie ein Blatt im Wind, wie man an ihren verqueren Gedanken, die die Autorin ja das ganze Buch hindurch zum besten gibt, erkennen kann. Außerdem ist sie eine Lügnerin, eine, die sich allerdings am allerhäufigsten selbst belügt. Obwohl sie altersmäßig ja eine erwachsene Frau sein sollte, weigert sie sich offensichtlich konsequent erwachsen zu werden, d.h. Entscheidungen zu treffen, Verantwortung (für sich selbst) zu übernehmen, zu leben und sich nicht einfach so leben zu lassen.
Ari, der Jugendfreund ihres Vaters, in den sie sich "verliebt" (?!), kommt eingentlich als totales Ekel rüber. Ein bedauernswerter Kerl, der die besten Jahre schon weit hinter sich hat.
Yoni, der beklagenswerte Ehemann, ist eine total schwache Nummer, der kriegt ja gar nichts mit.

2. Der Erzählstil nervt. Mit ihren elendslangen Sätzen, die sich manchmal sogar über eine ganze Buchseite ziehen, erzeugt die Autorin ein ständiges Gefühl der Getriebenheit, des Gehetzt-Seins, das zwar irgendwie zu J. passt, mich aber trotzdem gestört hat. Außerdem spielt sich der Großteil der Geschichte ja nur in J.s krankem Gehirn ab. Und das trau ich mich echt zu sagen, das mit dem kranken Gehirn, denn wer bitte käme schon auf die kranke Idee, seinen Vater sterben zu lassen, damit man anläßlich des Begräbnisses endlich dessen Freund wiedertrifft? J. meint sogar, dass sei er ihr praktisch schuldig.
Ahja, die Schuldfrage - das ist ja auch so eine Geschichte mit dieser Geschichte - ständig gibt sich J. die Schuld für irgendwas - sowas gehört doch therapiert!
Logische Konsequenz der Geschichte wäre also für mich gewesen, dass J. letztendlich in der Klapsmühle landet. So geschieht´s aber nicht.
Im Gegenteil, sie läuft wieder vor allen und allem davon und verkriecht sich zurück in die Vergangenheit. In meinen Augen hat J. also keinerlei Entwicklung durchgemacht. Nicht nachvollziehen kann ich, wie andere Leser da von Selbstfindung oder Selbstverwirklichung sprechen können, das sieht in meinen Augen wirklich anders aus.

Wenigstens ist mir eine Erklärung eingefallen, warum die Herren Reich-Ranicki & Co. das Buch damals so toll fanden: Schießlich geht´s in der Geschichte um Folgendes: Alter Knacker fickt junge Frau.
Und davon träumen sie wohl alle...

Übrigens noch ein Hinweis: Dies ist auf keinen Fall ein erotischer Roman! Dafür sind ganz einfach zu wenige und vor allem zu schwache erotische Szenen vorhanden, wen interessieren schon derart geschmacklose 08/15-Nummern?

Fazit:
3 Sterne. Bitte, man kann´s lesen, falls es irgendwo herumliegt, einfach um zu sagen, ok ich hab´s auch gelesen. Aber Geld würd ich dafür keins ausgeben, maximal noch gebraucht kaufen um 25 Cent bei booklooker.
Jetzt hab ich auf meinem SuB aber noch ein zweites Buch von der Shalev liegen, was mach ich bloß damit...

Samstag, 23. Januar 2010

Bloggerparade: Die Helden meiner Kindheit


Schon wieder habe ich bei LeseLustFrust einen Hinweis auf eine tolle Bloggerparade gefunden. Mauri ruft auf, etwas über die Helden der Kindheit zu erzählen. Da mach ich doch glatt mit. Auch wenn meine Kindheit schon ein ganz klein wenig länger her ist, als bei den vielen jungen Leuten, die bei der Bloggerparade schon mitgemacht haben ;-)

Klar hab ich als Kind auch gern ferngesehen, damals gab´s allerdings nur 2 Kanäle (die hießen noch FS1 und FS2), aber mir waren Bücher irgendwie schon immer viel lieber. Also hab ich schon von klein auf alles gelesen, was ich so in die Finger bekommen habe.

Ich denke, ich war so zwischen 8 und 10 Jahre alt, als ich Gulla entdeckt habe. Das war eine Serie von 6 Büchern von der schwedischen Schriftstellerin Martha Sandwall-Bergström, enthielt die Geschichtes eines Mädchens im Schweden des 19. Jahrhunderts, und hat mich damals total gefesselt. Ich habe die Bücher geradezu verschlungen, und war total traurig, als ich mit dem letzten fertig war. Nicht weil die Geschichte schlecht ausgeht (tut sie natürlich nicht!), sondern weil ich nun ohne Gulla meine Zeit verbringen musste.
Ich bin mir nicht mehr sicher, ob ich nicht gleich wieder von vorne zu lesen begonnen habe, aber ich denke, es wird wohl gleich was anderes Interessantes dahergekommen sein, für das ich mich auch begeistern konnte (altes Zwillingsleiden...).
Allerdings sind mit diese Bücher und die schöne Zeit die ich damit verbracht habe, gut in Erinnerung geblieben, und als ich gestern über die Bloggerparade las, hab ich mich nach kurzer Überlegung dafür entschieden, dass Gulla meine Heldin war.
Leider hab ich kein Foto der Bücher, denn die stehen in meinem alten "Kinderzimmer" in der Steiermark. Aber ich hab hier welche gefunden (und mir eins davon ausgeborgt). Die Bücher gehörten davor meiner Mutter, es war die "klassische" Ausgabe vom Ueberreuter-Verlag aus den 50er Jahren, gebunden, mit einem schweren Deckel und einem Leinenrücken, echt schön!

Die Story:
Gulla, eigentlich Gunilla Beatrice Frederike, ist in einem Waisenhaus aufgewachsen, seit sie als Baby bei einem Schiffbruch ihre Eltern verloren hat. Mit 12 Jahren wird sie an eine Bauernfamilie vermittelt, die in ärmllichsten Verhältnissen wohnt. Sie soll die schwerkranke Mutter unterstützen, die mit ihren 5 Kindern und der vielen Arbeit überfordert ist. Die Kinder lieben Gulla über alles und sie schwört der Kindesmutter vor deren Tod, dass sie bei den Kindern bleiben wird. Gulla hält auch ihr Wort, als sich ihr ein ganz anderes Leben bieten würde, als eines Tages ein Geheimnis ans Licht kommt. Gulla ist nämlich das verschollene Enkelkind eines reichen Gutsbesitzers.
In den 6 Büchern begleitet man Gulla durch ihre Jugend, ihre Zeit auf dem Herrenhof, ihren Aufenthalt in einem Mädchenpensionat, bis hin zur ihrer ersten Liebe. Die Autorin schildert bedrückende Lebensumstände (Hunger, Armut, Krankheit, Alkoholismus) genauso wie das strahlende Leben der (arroganten) Reichen, und vor diesem Kontext versucht Gulla ihre eigene Identität zu finden, hin und her gerissen zwischen den Kindern, die sie brauchen und deren Mutter sie ein Versprechen gegeben hat, und zwischen den Möglichkeiten, die sich ihr durch ihre Herkunft bieten, aber auch dem Druck der sozialen Forderungen ausgesetzt.

Etwas später hab ich dann Papas Sammlung von Karl May-Büchern verschlungen, wobei ich eher ein Fan von Old Shatterhand war als von Winnetou, und noch ein wenig später Mamas Sammlung von Edgar Wallace-Krimis. Und ein Dauerbrenner meiner Kindheit waren natürlich ohne Zweifel die Geschichten aus Entenhausen. Meine Eltern hatten eine große Anzahl alter Micky-Maus-Hefte - leider hab ich keine Ahnung wo die hinverschwunden sind, die wären heut ein Vermögen wert - und jeden Samstag beim Einkaufen mit den Eltern gab´s für mich und meinen Bruder die neueste Ausgabe, um die wir dann nicht selten gestritten haben, denn jeder wollte sie zuerst lesen.

Im Fernsehen liefen damals, also in den späten 70er und frühen 80er Jahren auch einige Serien, die ich gerne mochte, da fallen mir zB. die Biene Maja, Wickie und die starken Männer, Heidi und Calimero ein, und natürlich auch Pippi Langstrumpf.

Freitag, 22. Januar 2010

10 Dinge, die ich einmal gesammelt habe

Sachen Sammeln ist, glaub ich, auch so ein altes Zwillingsleiden, obwohl ich mir da nicht immer so ganz sicher bin, könnt auch daran liegen, dass ich 3 Planeten im Zeichen Stier hab, denn eigentlich sinds ja die Stiere, die gern was festhalten...
Ach ja, und Listenschreiben - das ist gaaanz sicher ein Zwillingsleiden!
Deshalb wird´s in nächster Zeit bei mir im Blog ein paar Listen geben, mit jeweils 10 Dingen. Und beginnen tu ich mit einer Liste von Dingen, die ich mal gesammelt habe:
Bücher (viele, viele, viele… und auch viele schon wieder verschenkt/verkauft)
Schallplatten (ca. 500 Stk., Anfang der 90er Jahre, als die CD den Markt erobert hat, haben wir wahre Panikkäufe getätigt)
alte Füllfedern (einige wenige, schöne Exemplare, die mechanisch aus einem Tintenfass zu befüllen sind)
alte Schlüssel (große und kleine für richtig alte Schlösser, die Sammlung hab ich irgendwann aufgegeben, die Schlüssel liegen aber sicher noch in irgendeiner Kiste in meinem Elternhaus)
Steine (bunte Steine aus Bächen, auch diese Sammlung hab ich aufgegeben)
schwarze Knöpfe (ebenso eine Sammlung, die ich aufgegeben habe, allerdings müssten die noch irgendwo sein…)
alte Ansichtskarten vom Schloß Hollenegg (da gibt’s leider nicht viele, aber die, die ich habe, sind wirklich schön und irgendwann werden sie mal einen schönen Platz bei mir kriegen, wo sie auch andere Leute sehen können, zurzeit liegen sie in einer Schublade)
Zeitungsartikel über Klaus Kinski (in den 80er Jahren war ich ganz verrückt nach ihm, die Artikel hab ich noch in einer Mappe…)
alte Gläser und Flaschen (auch eine Sammlung, die ich wieder aufgegeben habe, aber die Gläser lagern noch im Haus meiner Eltern)
die verlorenen Schnurrhaare meiner Katzen (einige davon stecken als Deko in der Schnauze einer Keramikkatze...)

Donnerstag, 21. Januar 2010

tja, die Sucht...

Wenn ich an etwas nicht vorbei gehen kann, dann ist es eine Schütte mit Bücherangeboten. Das war schon immer so. Kaum gab es irgendwo einen Buchabverkauf oder "weiße Buchwochen" (gibt´s sowas heut noch, oder ist das ein Relikt aus meiner Jugend?), da konnte ich noch nie weitergehen, ohne nachzusehen, ob nicht etwas Brauchbares für mich dabei ist.
Voriges Jahr hab ich beim A&M der bei uns im Einkaufszentrum ist, bei so einem Abverkauf zugeschlagen. Eigentlich wollte ich schon ohne ein Buch den Laden verlassen, doch in der letzten Schütte fand ich einige erotische Romane und für € 1,99 das Stück mussten die halt mit. 10 Euro für 5 Bücher, dacht ich mir, das ist kein so großer Schaden. Aber, was soll ich sagen, das waren 4 Romane aus dem Bastei-Verlag - allesamt eine totale Katastrophe, eins schlechter als das andere. Das 5. Buch war die Uschi-Obermaier-Biographie, und die hätte ich mir ebenso sparen können, kaum je so einen Schwachsinn gelesen.

Und was hab ich draus gelernt? Gar nix! Denn heut konnte ich schon wieder mal nicht widerstehen. Gestern abend auf dem Weg nachhaus hab ich gesehen, dass es ab heut wieder mal günstige Bücher gibt. 1 Stück für € 2,95, 4 Stück für 10 Euro. Der Tisch war bis auf die Ankündigung des Angebots noch leer.
Heute steuerten meine müden Beine wie von selbst den A&M-Laden an - ich konnte gar nichts dagegen tun, ehrlich!
4 sehr unterschiedliche Bücher vergrößern also seither meinen SuB:

Doris Lessing: Ein süßer Traum.
Ich hab noch nie was von Doris Lessing gelesen, und dachte, das sollte ich dann doch mal tun, über 500 Seiten für 2,50 - ist doch geschenkt!

Haruki Murakami: Afterdark.
Tja, ich hab auch noch nie was von einem japanischen Autor gelesen, das war schon Grund genug.

Juan Manuel de Prada: Mösenbetrachtungen.
"Skandalbestseller" steht hinten drauf. Na, wer kann denn da schon die Finger davon lassen, ich sicher nicht...

Und zu guter Letzt auch noch was fürs Herz, eine dicke Romance: Kathryn Caskie: Stürmische Eskapaden. Auf dem Cover eine nackte Männerbrust und untenrum ein Schottenrock - wenn das nicht überzeugt *gg*

Tja, also, die Bücher sind erst mal auf meinem SuB gelandet und warten dort auf den richtigen Zeitpunkt.
Übrigens hab ich heute "Veronika beschließt zu sterben" von Paolo Coelho ausgelesen, das war eigentlich eher so "naja", Rezension gibt´s demnächst.

Mittwoch, 20. Januar 2010

[Rezension] Megan Hart: Hot Summer *****+

"Hot Summer" von Megan Hart war ebenfalls eines meiner Lieblingsbücher des letzten Jahres (siehe Leseliste 2009). Dieses Buch habe ich bestellt, nachdem ich "Dirty" von derselben Autorin gelesen hatte, das mir auch sehr gut gefallen hat. Aber Hot Summer war noch eine Spur besser!

Megan Hart schreibt Romances, mit dem "bisschen mehr". Die beiden Bücher, die ich von ihr gelesen habe, sind beide jeweils in Ich-Form aus der Perspektive der weiblichen "Hauptrolle" geschrieben, und geben tiefe Einblicke in deren Persönlichkeit und Gedankenwelt. Megan Hart versteht es, sympathische Charaktere zu entwerfen. Und sie kann eines ganz hervorragend: Gefühle zwischen den Zeilen, zwischen den Wörtern, zu transportieren. Ich kann es nicht genau beschreiben, aber beim Lesen spürt man es förmlich zwischen zwei Leuten prickeln und knistern.

Die Story:
Anne und James führen eine glückliche Ehe. So sieht es zumindest aus. Die beiden wohnen in einem tollen Haus an einem See und haben beschlossen, endlich Nachwuchs zu kriegen. Wie kommt es dann aber, dass Anne sich von ihrer Frauenärztin schon wieder ihre 3-Monats-Spritze geben läßt und James davon nichts erzählt? Da stimmt doch was nicht!
James ist beruflich stark gefordert, Anne hat ihren letzten Job verloren und langweilt sich daheim.
Da kommt Alex, der Jugendfreund von James zu Besuch, der lange Jahre im Ausland verbracht hat. James lädt ihn ein, den Sommer bei ihm und Anne zu verbringen. Und das bringt plötzlich eine unerwartete, ungeahnte Spannung in die eigentlich recht fade Ehe. Zuerst ist Anne eingeschnappt, dass James diesen Alex so einfach einlädt, doch als er auftaucht, entpuppt er sich als klug, sexy und ziemlich unwiderstehlich und Anne fühlt sich sofort zu ihm hingezogen.
James und Alex haben, obwohl sie sich seit Jahren nicht mehr gesehen habe, eine besonders innige Beziehung,  was bei Anne eine gewisse Verwirrung verursacht. Trotzdem, oder vielleicht gerade deswegen, entwickelt sich bereits nach kurzer Zeit eine Ménage à trois, die am Ende des Sommers eine Entscheidung von Anne fordern wird...

Kommentar:
Zuerst muss ich mal festhalten, dass ich die Ausstattung des Buches - obwohl es ein Taschenbuch ist, hat es einen Schutzumschlag - sehr gelungen finde. Das Cover (der Mira-Verlag hat das Coverfoto des amerikanischen Originals übernommen) ist ansprechend, und verrät, worum es in dem Buch geht, aber wenn man den Schutzumschlag weggibt, kann man es auch ganz gut in der Öffentlichkeit lesen, ohne dass jeder guckt.
Bei Romanen mit einem Ich-Erzähler ist es ja leider immer so, dass man eine eingeschränkte Perspektive auf das Geschehen und die anderen Personen des Buches hat, weil man diese ja bloß aus der Perspektive der Hauptperson kennenlernt. Megan Hart schafft es aber trotzdem, auch allen anderen Figuren Leben einzuhauchen, bei ihr bleiben auch die Nebenfiguren (wie z.B. hier Annes Schwestern) nicht blaß.
Das Buch erzählt nicht nur die Geschichte der Affäre von Anne mit ihrem Mann und dessen Freund, sondern auch, was sonst noch alles in diesem Sommer (und in der Jugend von Anne) passiert ist. Annes gutes Verhältnis zu ihren Schwestern wird genauso facettenreich dargestellt, wie ihr gespanntes Verhältnis zu ihren Eltern. Familiengeheimnisse werden enthüllt und auch das Geheimnis, das James und Alex verbindet.

Der Schreibstil von Megan Hart ist flüssig und wirklich gut zu lesen, wenn ich mich auch über einige offensichtliche Übersetzungsfehler ärgern musste. "Fuck you!" heißt eben auf Deutsch ganz einfach nicht "Fick dich!", das ist nicht unser Sprachgebrauch, und das ist schon ganz schön störend, weil es doch einige Male vorkommt, aber dafür kann die Autorin ja nix. Allerdings hat es für mich die Konsequenz, dass ich Romane von Megan Hart nur mehr in Originalversion lesen werde, denn das war sicher nicht das letzte Buch von ihr in meinem Regal.
Die erotischen Szenen sind gut in die Story eingebettet, machen aber nicht den Großteil des Buches aus.

Das Buch hat auf der amerikanischen Amazon-Seite vielfach schlechte Kritiken erhalten, die sich darauf begründen, dass Anne ein schwacher Charakter unterstellt wird, und vor allem darauf, dass sie die - für viele Leser - falsche Entscheidung trifft. Auch wenn ich mit der Entscheidung ebenfalls nicht einverstanden war, so bin ich der Meinung, man muss es doch bitte der Autorin überlassen, wie sie ihre Figuren handeln läßt. Vielleicht wäre dieses Buch mit einem anderen Ende gar nicht in meine Lieblingsbücher-Liste gekommen, wer weiß... Mit einem anderen Ende hätte ich vielleicht auch nicht ganz so viel heulen müssen...

Fazit:
5 Sterne und ein Plus gibt´s von mir für diese hocherotische Geschichte.
Kaufen! Lesen! Taschentücher nicht vergessen!



Dienstag, 19. Januar 2010

Traumurlaub La Gomera, Teil 4: Flora (in rot)

Weil ich grad nicht so ganz gut drauf bin (hab mir eine Verkühlung eingefangen), zeig ich heut nur ein paar Bilder, aber dafür wirklich schöne. Aufgenommen vergangenen September auf La Gomera, wo wir überall wunderschöne Blüten gefunden haben. Leider hab ich keine Ahnung, wie die Namen der Pflanzen sind, also falls wer einen Hinweis hat, bin ich über einen Kommentar dankbar.


wunderschön, aber (für mich) namenlos:




Die kenn ich, allerdings hab ich noch nie so große Hibiskusblüten gesehen, deshalb zum Größenvergleich meine Handfläche dazu:





Die hier hab ich auf jeden Fall auch bei uns schon mal gesehen, weiß aber leider auch nicht, wie sie heißt:





Diese Bäume haben wir in der Inselhauptstadt San Sebastian gesehen, gleich an der Plaza de Las Americas:




und die Blüten  sehen aus der Nähe so aus:




Falls mir jemand sagen kann, wie die oben abgebildeten Pflanzen heissen, wär ich sehr dankbar, denn das ist auch so ein altes Zwillingsleiden - den Dingen einen Namen geben zu müssen...


Montag, 18. Januar 2010

[Rezension] Nick Cave: Der Tod des Bunny Munro ***


Gerade ausgelesen - den zweiten Roman des Musikers Nick Cave: "Der Tod des Bunny Munro". Ich geb´s zu, ich hab den ersten nicht gelesen, um ehrlich zu sein, ich wußte nicht einmal, dass der Herr Cave auch Bücher schreibt, bis ich dieses hier zu Weihnachten geschenkt bekommen habe.

Die Story:
Die Titelfigur Bunny Munro ist ein echter Kotzbrocken, ein schleimiger, sexbesessener Kosmetikverkäufer, der seine Frau nach Strich und Faden betrügt. Als diese es nicht mehr aushält und sich umbringt, wird Bunny völlig aus der Bahn geworfen. Hier beginnt die Geschichte.
Bunny ist nun völlig allein mit seinem 9jährigen Sohn Bunny Junior, und weiß absolut nicht, was er jetzt tun soll. Also macht er einfach weiter wie bisher. Er setzt sich ins Auto und fährt die Adressen auf seiner Kundenliste ab. Er raucht wie ein Schlot und säuft wie ein Loch, in diesem Zustand fährt er durch die Gegend und will dabei seinem kleinen Sohn erklären "wie das Geschäft (und das Leben?) läuft".
Der arme Kleine, der wegen einer Augenerkrankung dringend Medikamente benötigen würde, was seinem Vater allerdings nicht auffällt, denn der denkt ja nur an sich selbst und daran, wie er zu seinem nächsten F*** kommt, wartet während der "Kundenbesuche" im Auto und liest in seiner Enzyklopädie, ein Geschenk seiner Mutter. Bunny Junior ist ein heller Kerl, der sich alles merkt, was er gelesen hat, allerdings merkt er nicht, was für ein A****loch sein Vater ist, den er immer noch vergöttert. Er spielt mit einer Darth Vader Figur aus dem Happy-Meal (Highlight eines armseligen Kinderlebens: mit Daddy zum McDonalds). Außerdem unterhält er sich mit seiner verstorbenen Mutter, die ihm erscheint, um ihm zu sagen, dass alles gut wird. Währenddessen bumst sich sein Vater durch die Gegend, wird mehrmals (verdienterweise) verprügelt und dreht schön langsam durch, weil auch er dauernd den Geist seiner toten Frau sieht. Der Road-Trip endet, wie der Titel schon sagt, tödlich für das Ekel.

Kommentar:
Ein wenig nerven die ständigen Wiederholungen im Buch. Einmal zu oft zündet sich Bunny eine "Lambert und Butler" mit seinem Zippo an, einmal zu oft träumt er von Kylie Minogues Allerwertestem in goldenen Hotpants, einmal zu oft von Avril Lavignes Mu****. Man kann nur hoffen, dass nicht noch andere Männer so ticken wie Bunny Munro, der wirklich nur das eine im Kopf hat, der sich für absolut unwiderstehlich hält und glaubt, bei jeder Frau landen zu können. Erstaunlicherweise klappt das auch relativ oft, auch wenn die Damen weit entfernt von seiner Vorstellung einer Traumfrau sind, aber das redet er sich dann ganz einfach schön: "Eigentlich ist sie wie Kate Moss, nur kleiner, dicker und hässlicher." Bunny lässt in seiner Gier einfach gar nichts aus und während seines körperlichen und psychischen Abstiegs macht er nicht einmal davor Halt, einer alten, blinden Frau den Schmuck zu stehlen, oder sich an einer wehrlosen Drogensüchtigen zu vergehen. Der Abgrund der ganzen Menschheit tut sich in Bunny Munro auf.
Eine kleine Erklärung für Bunny´s Verhalten liefert Cave in der Begegnung mit Bunny´s sterbenskrankem 80jährigen Vater, der keinen Deut besser ist als sein Sohn. Als Bunny ihn mit Bunny Junior besucht, sieht sich der Alte gerade einen Pornofilm an und regt sich darüber auf, dass "der da unten" nicht mehr funktioniert. Er ist von seinem Sohn enttäuscht, der ihm, wie er sagt, das Herz gebrochen hat. Er selbst, Bunny Senior, hat als Antiquitätenhändler alte Damen abgezockt, Bunny hingegen ist ja "nur" Kosmetikverkäufer.

Im großen und ganzen ist das Buch eine rasante, leicht und schnell zu lesende, schonungslose Charakterstudie eines niveaulosen, verkommenen Subjektes. Es ist sicher keine großartige Literatur, aber ich denke, das will es auch gar nicht sein. Das Ende des Bunny, das sich über mehrere Kapitel zieht, ist wohl ein bisschen zu dick aufgetragen, passt aber dann doch irgendwie zu Bunny und seiner Vorstellung vom Leben, wie er es sich halt eben hinbiegt. Auch beim Sterben muss er noch eine große Nummer abziehen.

Fazit:
3 von 5 Sternen. Man kann´s lesen, hat aber sicher nichts versäumt, wenn man es nicht tut.

Sonntag, 17. Januar 2010

Mein Blog als Blume

Also das ist ja sowas von süß! Und absolut faszinierend, ganz nebenbei, da schreibt einer ein Programm, mit dem kann man eine Website in eine Grafik umwandeln, die dann wie ein Blümchen (oder eine ganze Blumenwiese) aussieht.
Und dann gibt´s da noch jemanden, der dazu eine Blogblumenparade veranstaltet - und da bin ich natürlich dabei!
Gefunden hab ich das Ganze bei LeseLustFrust, die Parade wird von Ricarda (blogblume) veranstaltet, und die Grafik kann man  hier erstellen.

Und so sieht das dann aus, mein Blog als Blümchen:





Und weil ich´s natürlich immer ganz genau wissen will (altes Zwillingsleiden), hab ich natürlich auch noch meine zwei "alten" Blogs in Blümchen umgewandelt:

Mein Astro-Blog, das Café Uranus, sieht als Blume so aus:



Und mein Bücherflohmarkt-Blog wieder ganz anders, aber auch schön:





[Rezension] Carrie Williams: Indisches Feuer ***

Das Schlimmste, was man einem erotischen Roman, der von einer Frau geschrieben wurde, antun kann, ist, ihn von einem Mann übersetzen zu lassen. (Oder von Sandra Green, deren Wortwahl eine unglaubliche Zumutung ist. Sie kennt nur die Ausdrücke "Labien" und "Schaft". Ach ja, und einmal musste ich sogar "Fleischstab" lesen - igittigitt!! Aber das ist eine andere Geschichte...)
Nachdem ich den Roman "In London mit Alicia" von Carrie Williams gelesen hatte, der mir sehr gut gefallen hat, hab ich ja kürzlich auch den Nachfolger, "Indisches Feuer" erstanden. Der "Blick ins Buch" bei amazon war vielversprechend. Leider war die Lektüre teilweise eine Enttäuschung.

Die Story:
Nadia, 18, in London aufgewachsen, die Mutter Engländerin, der Vater Inder, plant eine Reise nach Indien, um ihre Identität zu finden. Einerseits in puncto ihrer Herkunft, andererseits sexuell, denn sie ist sich nicht sicher, ob sie sich mehr zu Männern oder zu Frauen hingezogen fühlt.
Da ihre Freundin in letzter Minute wegen einer Krankheit absagen muss, stimmt sie zu, dass ihre Mutter sie begleitet, weil ihr keine Ausrede einfällt. Glücklich ist sie nicht gerade darüber, und die Sache wird auch kaum besser, als ihre seit kurzem von ihrem Vater geschiedene Mutter, gleich am ersten Abend nach der Ankunft mit einem fremden Mann die Nacht verbringt.
Anstelle von Nadia, die einige verlockende Angebote ausschlägt und sich hinterher darüber ärgert, entdeckt nun ihre Mutter im Laufe des Buches ihre Sexualität neu, die sie während ihrer zwanzig Ehejahre unter dem Berg von Hausarbeiten und Kindererziehung begraben hatte. Nacheinander lässt sie sich mit einem amerikanischen Geschäftsmann, einem indischen Kameltreiber, und einem Ex-Hippie und Guru in Goa ein, um letztendlich festzustellen, dass sie ganz etwas anderes will.
Nadia macht zwischenzeitlich Bekanntschaft mit Bollywood-Schauspielern, einem netten Australier, einem obsessiven Touristenpaar und dem Sohn eines indischen Fischers.

Kommentar:
Das Buch ist abwechselnd aus der Perspektive der Mutter und der der Tochter erzählt. Carrie Williams gewährt einen tiefen Einblick in das Gefühlschaos ihrer beiden Hauptdarstellerinnen. Außerdem schildert sie ein buntes Bild Indiens, wie es die Touristen sehen (können), ohne jedoch dabei die Problematik des Luxus-Tourismus und seine Auswirkungen auf die Bevölkerung und die Ökologie auszuklammern. So weit, so gut.
Leider sind die erotischen Szenen teilweise ganz furchtbar formuliert und ich denke, das liegt wohl zum Großteil an der lieblosen Übersetzung.

Eine der gefundenen Stilblüten muss ich hier einfach wiedergeben:
"Ich schließe die Augen und gebe mich entzückt der visuellen Verbindung hin."
Also, wie jetzt bitte - visuelle Verbindung mit geschlossenen Augen? Hä?

Fazit: 3 Sterne. Kann man lesen, wenn sonst grad nix anderes da ist. Liegt aber leider weit hinter den Erwartungen zurück, die der Vorgänger-Roman bei mir gesetzt hat.

Samstag, 16. Januar 2010

Traumurlaub La Gomera, Teil 3: Hermigua

Hermigua liegt im Nordosten von La Gomera, die zweitgrößte Ortschaft der Insel zieht sich über 6km kurvenreiche Straße durch ein wunderschönes Tal bis zum Meer hin. Eine Bananenplantage reiht sich an die andere und zu beiden Seiten steigen angelegte Terrassen empor, auf denen außer Bananen auch noch alles mögliche andere wächst.





Unser Aufenthalt in Hermigua war wunderbar ruhig und entspannend, einzige (klitzekleine) Störung waren einige Baustellen – anscheinend wird die Straße verbreitert, was ich eigentlich schade finde, denn den Bauarbeiten werden wohl einige Häuser zum Opfer fallen.
In Hermigua gibt es kaum touristische Infrastruktur, als Unterkunft bieten sich zwei Hotels an, und eine kleine Zahl Häuser und Appartements, die vermietet werden. Entsprechend gering ist auch die Anzahl der Touristen, was ich als besonders angenehm empfunden habe, und die paar Leute, die dort absteigen, haben Erholung und Wandern im Sinne. Und das war auch unser Vorhaben.

Essen und Trinken:
Im Dorf gibt es 3 Supermercados (in Tante-Emma-Laden-Größe, aber man bekommt alles, was man braucht), eine Bäckerei/Konditorei (mit leckeren Kuchen!), einige kleine Restaurants und die „Bar Pedro“ – auf deren Terrasse wir einige gemütliche Abende verbracht haben, der Wirt Pedro hat einen ausgezeichneten Musikgeschmack, hin und wieder kommen auch ein paar Dorfbewohner vorbei von denen einer eine Gitarre dabeihat, und machen ganz spontan „Livemusik“. Außerdem kriegt man bei Pedro kleine Speisen (Tapas mit Weißbrot, und leckere Kuchen zum Kaffee) und kann kostenlos wireless lan benutzen.
Das Restaurant Casa Creativa das im im selben Haus ist, war leider geschlossen.
Ein wunderbares kulinarisches Erlebnis waren unsere beiden Besuche im Restaurant „Iratxe“. Es liegt direkt an der Hauptstraße in der Nähe der Kirche. Wenn geöffnet ist, steht ein Schild draußen. Man geht die Treppe hoch in den ersten Stock und findet sich in einem kleinen Raum mit gerade mal 5 Tischen wieder und einer offenen Küche, in der der Besitzer Angel eine unglaubliche Kochshow liefert. Bei unserem ersten Besuch war das Restaurant knallvoll und Angel lief zur Hochform auf. Da flogen die Zutaten nur so durch die Luft, auf den Kochstellen brutzelten gleichzeitig Huhn, Lamm, Steaks und Fisch (in verschiedenen Pfannen natürlich), es wurde gegrillt und flambiert und zwischendurch fand Angel auch noch die Zeit, aus einer Tomate eine Rosenblüte zu schnitzen. Fast gleichzeitig landete bei allen Gästen das bunt dekorierte Essen am Tisch und schmeckte einfach hervorragend. Absolut empfehlenswert!



Baden
kann man in Hermigua in einem Meeresschwimmbecken, das am Ende der Küstenstraße liegt, und früher mal Teil einer Bananen-Verladestation war. Das Becken ist zwar ziemlich veralgt und glitschig, aber dafür ruhig, denn die Brandung ist dort schon ganz schön stark. Ein paar Stufen drunter gibt es nochmal ein natürliches Becken, das von anständigen Felsbrocken gegen das Meer hin abgegrenzt wird.

Das Meeresschwimmbecken von der gegenüberliegenden Talseite aus:



und hier nochmal aus der Nähe:



und hier das natürliche Becken, für die, die es wild mögen:




Der Badestrand La Caleta soll einer der schönsten der Insel sein, man erreicht ihn über eine schwindelerregende kurvenreiche Straße oder zu Fuß in ca. 40 min. von der Küstenstraße (aber bitte nur mit Wanderschuhen!). Man gelangt in eine entzückende Bucht und kann dort ganz wunderbar frischen Fisch mit Blick aufs Meer in der Bar „Macondo“ essen.

Auch von La Caleta kann man bei schönem Wetter bis nach Teneriffa sehen:




Wandern:
Dafür braucht man eigentlich nur vor die Haustür zu gehen! Wie bereits oben erwähnt, kann man zum Strand La Caleta wandern, oder einfach eine Runde durch das Tal und durch die Bananenplantagen machen. Es gibt aber auch einige anspruchsvollere Wanderwege, die direkt von Hermigua aus zu gehen sind.
Auch für Wanderungen in den Nebelwald ist Hermigua ein guter Ausgangspunkt wenn man ein Mietauto hat. 

Und weils so schön war, zum Abschluß noch ein stimmungsvolles Bild vom Tal - da hängt der Nebel ganz schön rein!