Dienstag, 30. November 2010

[Rezension] Tobsha Learner: Quiver

QUIVER
Erotische Phantasien

Autor: Tobsha Learner
Verlag: Knaur (2009)
OT: Quiver. A book of erotic tales (1996)
Taschenbuch, 270 Seiten
ISBN: 978-3-426-50170-2




Kurzkommentar:
Das Buch enthält 12 erotische Kurzgeschichten, die locker miteinander verwoben sind. Immer wieder trifft man in einer Geschichte auf eine Nebenfigur aus einer anderen. Bis letztendlich eine Gruppe von Leuten, die man schon kennt, in der letzten Geschichte in einem Aufzug stecken bleibt. Klingt irgendwie fad, ist es aber nicht! Das Buch hat mich sehr überrascht, denn eigentlich lese ich nicht gerne Sammlungen erotischer Kurzgeschichten, warum ich aber trotzdem immer wieder mal ein solches Buch kaufe oder ertausche, weiß ich selbst nicht so genau. Wahrscheinlich deshalb, weil ich immer wieder die Hoffnung habe, auf eines zu stoßen, das sich aus der Masse hervorhebt. Und "Quiver" von Tobsha Learner tut dies!
Es sind nicht alle Geschichten gleich gut, aber jede bietet etwas Neues. Einige enden vorhersehbar, bei anderen wiederum ist das Ende ausgesprochen überraschend. Insgesamt bietet das Buch eine ansprechende Unterhaltung auf hohem Niveau, die nicht auf vordergründigen Sex aus ist, sondern mit subtiler Erotik aufwartet. Schauplatz der Geschichten ist übrigens Australien.

Fazit:
4 Sterne. Ein Buch, das mich überrascht hat und das ich gerne weiterempfehlen kann.

Montag, 29. November 2010

[Rezension] Harry Dolan: Böse Dinge geschehen

BÖSE DINGE GESCHEHEN
Kriminalroman

Autor: Harry Dolan
Verlag: dtv (2010)
OT: Bad Things Happen (2009)
Klappenbroschur, 416 Seiten
ISBN 978-3-42324812-9




Klappentext:
David Loogan ist Redakteur bei einem amerikanischen Krimi-Magazin. Eines Tages tritt sein Boss und Freund Tom mit einer ungewöhnlichen Bitte an ihn heran: Loogan soll ihm helfen, eine Leiche zu vergraben. Nun ja, unter Freunden tut man sich schon mal einen Gefallen. Loogan willigt ein. Doch als Nächstes ist der Boss selber tot. Und das ist noch lange nicht die letzte Leiche im kleinen Ann Arbor! Natürlich nimmt Loogan trotz entschiedener Warnungen seitens der zuständigen Ermittlerin selbst die Fährte auf. Während die beiden einander ständig in die Quere kommen, scheint nach und nach der gesamte Autorenstamm von Loogans Magazin das Zeitliche zu segnen.

Kommentar:
Eher durch Zufall wird David Loogan von Tom Kristoll als Lektor für dessen Magazin "Gray Streets" engagiert, das Kriminalgeschichten veröffentlicht. Schon bald verbindet die beiden Männer eine solide Freundschaft, auch wenn eigentlich keiner etwas vom anderen weiß. Das hält David Loogan aber nicht davon ab, mit Toms Frau Laura eine Affäre einzugehen. Eines Abends bittet Tom David, ihm dabei zu helfen, eine Leiche zu entsorgen, und David hilft ihm, auch wenn er ihm nicht glaubt, dass es sich bei der Leiche um einen von Tom ertappten Einbrecher handelt. Einige Zeit später ist jedoch auch Tom tot. Und es folgen weitere Leichen. David Loogan beginnt, auf eigene Faust zu ermitteln, nicht zuletzt deshalb, weil er auf der Liste der Verdächtigen ganz oben steht.
Obwohl Detective Elizabeth Waishkey an die Unschuld David Loogans glaubt, muss sie in alle Richtungen ermitteln, und das bringt sie neben dem undurchsichtigen Loogan auch in Kontakt mit zahlreichen Schriftstellern, die alle mit dem Magazin "Gray Streets" in Verbindung standen und mit Tom und Laura Kristoll befreundet waren. Da diese Schriftsteller allesamt Kriminalromane schreiben, hat jeder so seine Theorie, wer die Morde begangen hat, und Elizabeth bekommt eine fantastische Geschichte nach der anderen aufgetischt. Und dann taucht auch noch ein pensionierter Detective aus einem anderen Bundesstaat auf, und bringt Licht in die Vergangenheit Loogans...

Harry Dolan hat hier einen feinen Kriminalroman als Erstlingswerk vorgelegt. Sein geheimnisvoller Protagonist David Loogan hat mich sofort in seinen Bann gezogen. Obwohl er rätselhaft bleibt, ist er äußerst sympathisch und wirkt vertrauenswürdig, selbst als man in der Mitte des Buches etwas Entscheidendes über seine Vergangenheit erfährt. Auch mit Detective Waishkey hat Dolan eine sympathische Ermittlerin geschaffen. Zwischen der Mutter einer 16-jährigen Tochter und dem Hauptverdächtigen prickelt es verdächtig...
Die Krimihandlung ist spannend und sehr komplex, immer wieder wird man auf eine falsche Spur geführt.  Hier ist nichts so wie es scheint.
Einerseits ist es eine reizvolle Idee, einen Krimi im Schriftstellermilieu anzusiedeln, vor allem weil die Autoren ausnahmslos Kriminalromane schreiben. Auf der anderen Seite bringt das aber einige Verwirrung in die Geschichte, und ehrlich gesagt, fand ich das Mordmotiv letztendlich nicht so ganz überzeugend. Auch hat der Autor für meinen Geschmack am Ende ein bisschen zu viele Verwicklungen eingebaut.
Der Schreibstil ist locker, flüssig zu lesen, und der feine Humor hat mir sehr gut gefallen. Dolan ist es gut gelungen die Spannung zum Ende hin zu steigern, jedoch hätte er sich die letzten paar Seiten durchaus sparen können, die seltsame Traumgeschichte hat so gar nicht zum Rest vom Buch gepasst. Auch sehr schade, dass die Beziehung von David und Elizabeth nicht mehr ausgebaut wurde, aber da kommt eben bei mir der Romance-Fan durch, der sich sowas immer wünscht. Allerdings könnte ich mir gut vorstellen, dass die beiden eventuell in einem Nachfolgebuch noch mehr Gelegenheiten bekommen - das würde ich dann auf jeden Fall lesen.

Fazit:
3.5 Sterne für einen fein geschriebenen Kriminalroman, der mich zwar leider nicht auf ganzer Linie überzeugen konnte, aber trotzdem empfehlenswert ist, vor allem wegen dem sympathisch-mysteriösen Protagonisten David Loogan.

Sonntag, 28. November 2010

[SuB-Zuwachs] Diese Woche neu bei mir


Endlich ist der zweite Teil meiner Bestellung bei The Book Depository eingetroffen - am selben Tag bestellt, eine gute Woche später bei mir angekommen als das erste Buch. Damit hatte es eine Lieferzeit von über 3 Wochen. Tja, wenn man es eilig hat, ist das wohl nicht so toll, aber der Preisunterschied von 30% (oder € 4,-) gegenüber einer Bestellung bei Amazon entschädigt dafür. Das Buch war wiederum in einem (sehr genau) passenden Luftpolsterkuvert verpackt und unbeschädigt. Auch ein Vorteil gegenüber Amazon...



und außerdem ist mir beim Einkaufen im Supermarkt auch noch dies hier in den Einkaufswagen gerutscht:


Samstag, 27. November 2010

[Header-Buch #15] Louisa Francis: Heiße Nächte

HEISSE NÄCHTE
Erotischer Roman

Autor: Louisa Francis
Verlag: rororo (2005)
OT: The Scent of Frangipani (1999)
Taschenbuch, 319 Seiten
ISBN 978-3-499-23888-8
Link zu Amazon



Klappentext:
Die hübsche Australierin Sherryn möchte Rache an dem charismatischen Lebemann Ren nehmen. Er hatte ihrer unerfahrenen Cousine Sarah die Sterne vom Himmel versprochen, um sie dann zu verlassen. Bei dem ausgeklügelten Plan kommt die Lust nicht zu kurz: Sherryn genießt die erotischen Spielemit Ren in Cairns, und sie muss zugeben, dass sie selten so viel Spass hatte.

Kurzrezension:
Weniger wäre mehr gewesen! Eine Sexszene nach der anderen gibt's hier zu lesen, zusammengehalten von einer schwachen Story über diverse Rachegelüste. Als erotischen Roman würde ich dieses Buch nicht bezeichnen, eher als Drehbuchvorlage für einen Pornofilm. Die Story ist seicht: Die hübsche Sherryn will sich an einem Mann (Ren) dafür rächen, dass er ihrer unerfahrenen, jungfräulichen Cousine das Herz gebrochen hat. Der zwielichtige Paul will sich an dem selben Mann rächen, weil dessen Vater einst seinem Vater die Frau ausgespannt und ihn finanziell ruiniert hat. Sherryn will, dass sich Ren in sie verliebt  um ihn dann fallen  zu lassen, Paul will Sherryn sexuell hörig machen, um damit Ren eins auszuwischen.
Leider sind die erotischen Szenen holprig und ohne jedes Prickeln geschrieben, dafür hat der  (männliche) Übersetzer einen geradezu unerschöpflichen Vorrat an Bezeichnungen für das männliche Geschlechtsorgan, von denen leider die meisten ziemlich daneben sind.

Fazit:
2 Sterne gibt's trotzdem, weil einige der Szenen (Stichwort Motorrad) durchaus etwas an sich haben, und weil ich die Location mag (Cairns, Australien).

[Header-Buch #14] Roxanne Carr: Das Studio

DAS STUDIO
Erotischer Roman

Autor: Roxanne Carr
Verlag: rororo (2007)
Originaltitel: Black Orchid (1993)
Taschenbuch, 315 Seiten
ISBN 978-3-499-24590-9
Link zu Amazon



Klappentext:
Als sich die Karrierefrau Maggie von einer Kollegin zu einem Abend im Fitnessstudio überredenl ässt, ahnt sie nicht, dass er ihr ganzes Leben verändern wird. Den das Black Orchid ist ein exklusiver Club für anspruchsvolle Frauen. Attraktive Trainer widmen sich den Kundinnen auf jede erdenkliche Art und Weise: ob dominant oder devot, zärtlich oder leidenschaftlich. Maggie verzehrt sich vor allem nach Alexander, dem charismatischen Besitzer des Clubs. Und der führt Maggie an die Grenzen dessen, was sie für die Erfüllung ihrer Begierden zu tun bereit ist.

Kurzrezension:
Die Story fängt gut an und wird auch noch zunehmend besser, lange Zeit ahnt man nicht, welches Spiel die beiden männlichen Hauptdarsteller Alexander und Anthony spielen. Die weibliche Hauptdarstellerin, Maggie, ahnt es auch nicht, und ist am Ende gleichermaßen überrascht, erschrocken und fasziniert.
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, gut zu lesen, die erotischen Szenen sind gut geschrieben, und kommen ohne allzu vulgäres Vokabular aus.
Leider sind die Charaktere nicht so gut ausgearbeitet, ich hätte mir für die Figuren etwas mehr Persönlichkeit gewünscht. Vor allem Alexander wird trotz seiner mächtigen Rolle zu wenig dargestellt. Ausserdem prickelt es zwischen den Dreien viel zu wenig!
Die eine oder andere Sexszene hätte man durchaus zugunsten von mehr Nebenhandlung wegfallen lassen können, um damit den Hauptcharakteren mehr Tiefe zu geben. Unklar blieb, welche Rolle Janine eigentlich gespielt hat. Die Geschichte mit Emily hätte man kürzen können. Dies alles hätte mehr Raum gelassen, um die "Erziehung" von Maggie, vor allem hinsichtlich ihrer Gefühle, ausführlicher ausarbeiten zu können, und diese nicht erst auf den letzten Seiten unterzubringen.
Deshalb hat es auch leider nicht für fünf Sterne gereicht. 

Fazit:
4 Sterne. Es gibt auch noch ein Fortsetzung des Romans mit dem Titel "Das Casino", die ich auf jeden Fall lesen werde, falls mir das Buch mal gebraucht in die Hände fällt.

Mittwoch, 24. November 2010

[Header-Buch #13] Kristina Lloyd: Gib´s mir!

GIB´S MIR!
Erotischer Roman

Autor: Kristina Lloyd
Verlag: rororo (2009)
Originaltitel: Asking For Trouble (1999)
Taschenbuch, 350 Seiten
ISBN 978-3-499-24885-6
Link zu Amazon



Klappentext:
Als Leiterin eines erotischen Varietés lässt sich die selbstbewußte Beth eigentlich von keinem Mann etwas sagen. Doch dann lernt sie ihren geheimnisvollen Nachbarn Ilya kennen, der eine unwiderstehliche erotische Anziehung auf sie ausübt. Ein gefährliches Spiel aus Dominanz und Unterwerfung beginnt, das zwar Beths verborgenste Phantasien befriedigt, sie aber auch an ihre Grenzen führt...

Kurzrezension:
Ich war im Lese-Notstand... Die Erotik-Abteilung in der (großen!) Buchhandlung, in der ich war, war leider äußerst dürftig, sonst hätte ich wahrscheinlich nicht ausgerechnet dieses Buch gekauft. Schon gar nicht mit dem echt potthässlichen Cover.
Beth gerät in den Bann eines geheimnisvollen Mannes, der im Haus gegenüber wohnt. Er beobachtet sie, will über ihre intimsten Wünsche und geheimsten Phantasien bescheid wissen, von sich selbst jedoch gibt er nichts preis. Er wohnt in einer schmuddeligen Wohnung und betreibt dubiose Geschäfte, die den beiden beinahe zum Verhängnis werden.
Obwohl die Dinge, die er mit ihr macht, erniedrigend, demütigend und teilweise äußerst abstossend sind (und dabei gibt es keinen einzigen liebevollen Moment!), verfällt ihm Beth zunehmend, und es dauert beinahe 350 Seiten, bis sie an ihre Grenzen stößt.
Das Buch ist fesselnd geschrieben, und wie so viele Bücher, habe ich auch dieses in nur einer Nacht ausgelesen.

Fazit:
4 Sterne
dafür, dass es gut geschrieben ist.
Erotisch anregend ist es nicht, und nichts für zarte Gemüter. Wer es hart mag, aber trotzdem auf die liebevollen Seiten nicht verzichten will, bitte lieber eine BDSM-Romance lesen.

Dienstag, 23. November 2010

[Header-Buch #12] Ruth Fox: Die Schule des Gehorsams

DIE SCHULE DES GEHORSAMS
Erotischer Roman (S/M)

Autor: Ruth Fox
Verlag: rororo (2007)
Originaltitel: King´s Pawn (2002)
Taschenbuch, 320 Seiten
ISBN 978-3-499-24426-1
Link zu Amazon



Klappentext:
Cassie erlebt im Zug eine aufregende Begegnung mit einem Fremden. Danach weiß sie, dass es Seiten an ihr gibt, die sie selbst nicht kennt - die sie aber ergründen möchte. Auf eine Anzeige melden sich zwei Menschen, von denen sie in die Welt der Dominanz und Unterwerfung eingewiesen wird. Becky und der geheimnisvolle Mr. King. Dieser Mann vor allem beherrscht schon bald Cassies Träume und bringt sie an ihre Grenzen.

Kurzrezension:
Das Buch beschreibt sehr anschaulich und nachvollziehbar, wie Cassie ihre wahre Sexualität entdeckt und langsam aber unweigerlich in den Bann einer D/s-Beziehung zu einer Frau gerät. Ihre Gedankengänge, ihre Faszination an der Unterwerfung und an immer neuen, immer härteren Spielen, aber auch ihre Selbstzweifel und der Versuch, nach außen hin ihr "normales" Leben beizubehalten, ist glaubwürdig erzählt. Ihr Dilemma zwischen Schmerz, Erniedrigung, zuweilen Ekel und demgegenüber ein ungeahntes Lustempfinden sind toll dargestellt. Die Protagonisten, selbst der geheimnisvolle Herr König, sind (zumindest in den ersten zwei Dritteln des Buches) sympathisch dargestellt. Die erotischen Szenen sind anregend beschrieben, die Geschichte ist spannend und ich konnte das Buch kaum weglegen.
Trotzdem gibt es nur drei Sterne, weil mir das letzte Drittel und vor allem das Ende nicht gefielen, und weil ich denke, dass der Übergang zu den richtig harten Spielen wohl etwas zu schnell (und deshalb auch nicht ganz so glaubwürdig) vonstatten ging.

Fazit:
3 Sterne.
Achtung: Es handelt sich hierbei um ein Buch für Erwachsene, das explizit dargestellte S/M-Praktiken beinhaltet!

Montag, 22. November 2010

[Rezension] Anne Stuart: Black Ice

BLACK ICE
Romantic Suspense

Autor: Anne Stuart
Verlag: MIRA US (2005)
Serie: Ice Series, Book 1
Paperback, 376 Seiten
ISBN: 978-0-7783-2171-2


Klappentext:
Könnt ihr bei Interesse HIER nachlesen.

Die Story:
Die junge Amerikanerin Chloe Underwood übersetzt in Paris für wenig Geld Kinderbücher. Da kommt ihr die Bitte ihrer Mitbewohnerin Sylvia gerade recht, für sie einen Wochenendjob zu übernehmen. Sie soll ganz kurzfristig bei einer Konferenz auf einem abgelegenen Chateau dolmetschen. Da Chloe einerseits das Geld braucht und andererseits auch wieder gerne mal ein bisschen Aufregung in ihrem Leben hätte, sitzt sie zehn Minuten später mit einem Koffer voll mit Sylvias Designerklamotten in einer Limousine - unterwegs in ein Abenteuer, das sie sich so sicher nicht vorgestellt hätte. Schon nach kurzer Zeit muss Chloe nämlich feststellen, dass diese Geschäftsleute nicht mit Lebensmitteln, sondern mit illegalen Waffen handeln. Damit weiß sie schon zuviel - und soll beseitigt werden.
Der undurchsichtige Bastien Toussaint, ein eiskalter Killer, will auf seine Art herausfinden, wer Chloe wirklich ist, ob sie von irgendjemandem als Spitzel eingeschleust worden ist, oder gar eine Auftragskillerin ist. Doch er entdeckt die Wahrheit, und als der Gastgeber Monsieur Hakim Chloe bereits in seinen sadistischen Händen hat, rettet er sie in letzter Minute und flüchtet mit ihr durch ganz Paris.

Kommentar:
Das war ja mal was ganz anderes! Spannend auf jeden Fall. Wenn auch sicher nicht jederfraus Sache. Anne Stuarts Held Bastien ist keiner von den Guten. Oder doch? Man weiß es nicht genau. Er selbst sagt, es macht keinen Unterschied. Er arbeitet für eine Organisation die sich das "Comittee" nennt, und wurde unter falscher Identität in den Waffenhändlerring eingeschleust. Er ist ein Spion, er ist ein Killer. Er zeigt keinerlei Emotionen, er benutzt Sex als Mittel um Antworten zu bekommen, er zeigt keinerlei Reue, wenn er jemanden tötet. Er ist eiskalt. Und er ist ein verdammt heißer Typ. 
Mit seinen vierunddreißig Jahren ist er völlig abgebrüht, er hat so oft seine Identität gewechselt, dass er seinen eigenen Namen nicht mehr weiß. Und er ist müde. In seinem Job gibt es keine Freizeit, keinen Urlaub, er muss immer zu hundert Prozent im Einsatz sein, und er kann sich nie sicher sein, ob er nicht der nächste auf der Abschussliste ist. Aber er ist schon derart abgestumpft, dass es ihm sogar egal ist, ob man ihn umbringt.
Und dann kommt Chloe daher. Ein junge, völlig unschuldige Frau, ein bisschen aufsässig und ziemlich intelligent. Sie ist zur falschen Zeit am falschen Ort und tappt in etwas hinein, aus dem sie normalerweise nicht mehr lebend rauskommen würde. Als Bastien sieht, mit welcher Würde sie dem Tod ins Auge blickt, als Hakim sie foltert, kommt zu der völlig unerklärlichen und auch total unerwünschten sexuellen Anziehung, die Chloe auf ihn ausübt, offensichtlich auch noch so etwas wie Respekt dazu, was ihn veranlasst, sie zu retten. Aber nicht, dass er jetzt wie der Ritter in silberner Rüstung auftritt. Nein, denn er weiß ja selbst nicht, warum er auf einmal das Verlangen hat, dieses Mädchen zu retten. Und er will das eigentlich auch nicht. Irgendwie scheinen da doch noch irgendwelche Gefühle in ihm verborgen zu sein, und die will er keinesfalls rauslassen. Also wartet er erstmal ab, ob sich das Problem nicht von selbst löst. Er lässt Hakim Zeit, Chloe zu töten, und sucht sie erst im letzten Moment. Und selbst dann holt er sie dort erst raus, als sie schon halb tot ist. Aus einer Laune heraus habe er sie gerettet - so sagt er sich und ihr.
Bastien ist ein Kerl, den man nicht leicht verdauen kann, ein absoluter Grenzfall. Er bleibt bis zum Ende des Buches seinem Charakter treu. Eiskalt, emotionslos. Er ist ein Typ, den man eigentlich hassen müsste. Trotzdem schafft es Anne Stuart, ihn auf fast perverse Weise anziehend zu machen. Mehrmals betäubt er Chloe mit Drogen um sie leichter "handhaben" zu können. Er spricht kaum mit ihr, und wenn, dann macht er ihr unmissverständlich klar, dass sie eigentlich nur eine Belästigung für ihn darstellt. Warum er sie dann aber doch immer wieder rettet, lässt er im Unklaren, oder kommt mit einer lausigen Ausrede daher.
Trotzdem schimmert immer wieder der Verdacht durch, dass Bastien doch kein totaler Arsch ist. Er versorgt ihre Wunden, er kauft ihr Schuhe in der richtige Größe. Das alles lässt ihn jedoch kein bisschen "weicher" erscheinen, darauf gibt Anne Stuart acht. Kaum findet man ihn ein bisschen netter, kommt schon wieder die nächste Klatsche.
Chloe verliebt sich in Bastien. "Stockholm Syndrom" ist ihre eigene Diagnose. Reiner Selbstschutz. Doch emotional ist Chloe eigentlich sogar stärker als Bastien. Während sie sich ihren Ängsten stellt, unterdrückt Bastien ja jegliche Emotion, und macht sich damit unverwundbar. Nichts und niemand kann ihm nahegehen, nichts und niemand kann ihn daher emotional verletzen. Man stellt sich beim Lesen unweigerlich die Frage, ob er sich jemals öffnen wird. Natürlich hab ich darauf gehofft, aber ich war verdammt froh, dass Anne Stuart ihn auch dann nicht zu einem Weichei verkommen lässt.

Ich fand das Buch wirklich toll, aber ich muss zugeben, dass ich auch so meine Probleme damit hatte. Es gab ein paar Löcher im Plot, ein paar unrealistische Wendungen, ein paar Ungereimtheiten. Aber das hat mein Lesevergnügen nicht getrübt, das kann ich Anne Stuart, angesichts dieses außergewöhnlichen Heldens, echt durchgehen lassen.
Was mich mehr gestört hat, war die Tatsache, dass ein bisschen zu viel erzählt und zuwenig gezeigt wurde (show don´t tell - ihr wisst schon). Gut, die beiden reden ja kaum miteinander, was aber in der Situation auch kein Wunder ist, und Bastien gibt ja nichts von sich preis. Wir lesen also oft seitenlang Gedankengänge. Da die Geschichte aus der Perspektive von Chloe und von Bastien erzählt wird, erfährt man nur das, was die beiden auch wissen. Das ist ein bisschen schade, weil der Leser dann nicht weiß, wie dicht ihnen die Verfolger eigentlich schon auf den Fersen sind.
Trotzdem war das Buch so spannend, dass ich wieder mal bis ein Uhr früh gelesen habe, ich musste ganz einfach wissen, wie es endet. Ich war mir nämlich ziemlich sicher, dass das nicht gut ausgehen kann.
Das Ende kam übrigens sehr knapp und kurz daher, sodass ich die letzten paar Seiten nochmals lesen musste. Aber da gings wohl nicht nur mir so.

Fazit:
4 Sterne - Auf jeden Fall eine Empfehlung für Fans von Bad Boys und Arschloch-Helden. Wer die Jungs lieber nett und moralisch einwandfrei mag, sollte besser die Finger von dem Buch lassen. Das nächste Buch von Anne Stuart ist übrigens schon bestellt!



Serien-Info "ICE":
01: Black Ice (2005)
02: Cold As Ice (2006)
03: Ice Blue (2007)
04: Ice Storm (2007)
05: Fire and Ice (2008)

Sonntag, 21. November 2010

[SuB-Zuwachs] Diese Woche neu (und gebraucht) eingetroffen

Diese Woche kamen nur zwei Bücher bei mir an. Und ich kann euch nicht mal ein Originalfoto zeigen, weil das Bilder-Runterladen auf meinen Steinzeit-PC irgendwie (noch) nicht funktioniert.

Via bookmooch (aus Frankreich und in erfreulich gutem Zustand):



Mein erster Einkauf bei The Book Depository ist auch eingetroffen:

Das war ja sozusagen mal ein "Testkauf". Ich habe am 31.Oktober zwei Bücher bestellt. "Coming Undone" wurde laut Versandinformation am 3. November versandt, und kam am 12. November bei mir im Büro an. Da ich freitags nicht arbeite, hab ich das Buch also erst am Montag gekriegt, dafür kann aber BD nix.
Die Versanddauer ist akzeptabel, wenn man das Buch nicht ganz unbedingt sofort haben will. Ich kann damit leben. 
Mit der Verpackung auch. Es kam in einem sehr gut passenden Luftpolsterkuvert an und war erfreulich unversehrt. Was ich ja bei den letzten Amazon-Bestellungen nicht sagen konnte, da waren nämlich mehrere Bücher beschädigt, weil sie im Karton hin und her gerutscht sind.
Über den Preis kann ich mich auch nicht beklagen - ich habe gegenüber Amazon ganze 5 Euro gespart!
Allerdings wurde der Betrag tatsächlich bereits am Bestelltag von meiner Kreditkarte abgebucht. Gut, damit kann ich auch leben, es dauert ja dann doch eine Weile, bis es tatsächlich von meinem Konto abgebucht wird.
Allerdings, und jetzt kommt´s: Das gleichzeitig bestellte 2. Buch ist noch immer nicht angekommen. Laut Versandinfo wurde es einen Tag später abgeschickt. Und wo isses jetzt?? Liegt´s vielleicht daran, dass die Autorin eine Australierin ist? Kommt das Buch gar aus Down Under zu mir? 

Samstag, 20. November 2010

[meine Katzen #1] Bertie

Auf meinem "Steinzeitcomputer", den ich seit gestern wieder in Betrieb habe, befinden sich ein paar tausend alte Fotos, viele von meinen Katzen, ich zeig euch mal ein paar!

Das ist der Bertie, als sie noch ein Baby war. Essen und Schlafen sind noch immer ihre Lieblingsbeschäftigungen...
Und ja - sie heißt "der Bertie", obwohl sie ein Mädchen ist. Fragt nicht, warum. Ihr richtiger Name ist eigentlich Crazy - ich zeig euch demnächst ein paar Fotos, die diesen Namen rechtfertigen.









Freitag, 19. November 2010

Zurück in die Steinzeit

Ich hab's geschafft: ich hab heuer bereits den zweiten Laptop abgemurkst. Fragt mich bitte nicht wie und warum. Mein Liebster meint, weil ich ihn "ständig" laufen habe, sowas könne ein Laptop ja nicht aushalten. *seufz*
Irgendwann im Frühjahr hat mein HP Notebook nach 5 Jahren endgültig den Geist aufgegeben, zum Glück konnte ich vorher noch alle wichtigen Daten retten. Mein Bruder hat mir dann seinen alten Vaio vermacht, der schon einige Zeit unbenutzt bei ihm herumgelegen hat, weil er auf Mac umgestiegen ist. Jetzt hat der Vaio auch das Zeitliche gesegnet. Datenrettung hat zum Glück noch geklappt, bevor er sich komplett verabschiedet hat.
Mein lieber Bruder wird mir demnächst ein derzeit von ihm nicht benötigtes Macbook Pro leihen, damit ich ausprobieren kann, ob ich mit einem Apple arbeiten mag. Ich möchte mir nämlich ein IPad kaufen, für unterwegs, und für zuhause ein neues Standgerät. Dann wär´s ja praktisch, wenn ich mir da auch gleich einen Mac nehme. Aber ich bin so unschlüssig, ob ich das wirklich mag, nach jahrelanger Konditionierung Gewöhnung an Windows...
Bis ich das Teil endlich kriege, hab ich jetzt meinen Uralt-PC, der jahrelang schon nicht mehr benützt worden  ist, und nicht gerade auf dem neuesten technischen Stand ist, aktiviert. Und was soll ich sagen: funzt! Zur Not geht´s auch damit. Ich hab mein Mobile Internet installiert, einen aktuellen Browser, einen Virenschutz - und los geht´s! Auch wenn ich mir ausstattungsmäßig jetzt vorkomme wie in der Steinzeit, so ist es allemal noch besser als gar keine Verbindung "nach außen" zu haben.


Mittwoch, 17. November 2010

[Rezension] Jill Shalvis: The Heat Is On

THE HEAT IS ON
Contemporary Romance (Erotic; Suspense)

Autor: Jill Shalvis
Verlag: Harlequin (2010)
Reihe: Harlequin Blaze Nr. 558, American Heroes
Paperback, 217 Seiten
ISBN 978-0-373-79562-8
Link zu Amazon



Klappentext:
Oh, dear. Bella Manchelli is so not having a good day. First, she´s deliciously exhausted from last night´s sizzling one-night stand. Second, there´s a (gulp) dead body at her back door. Third... um, that scrumptious one-nighter is at her front door... and he´s wearing a badge!
Police Officer Jacob Madden is all about duty. Until he shows up looking for a homicide... and runs right into last night´s slice of sexy heaven! Damn, he just can´t think straight when he´s around Bella. All he wants to do is lick her up one side and down the other...
Can duty and smoking-hot sex blend for a while? Definitely! Until Jacob discovers that several of the guys Bella´s dated have turned up dead. Jacob loves being around Bella. But is he ready to be used as target practice?

Kommentar:
Mal gleich als Erstes: Diese Harlequin-Romances sind die Originale unserer Cora-Romane. Wobei die Harlequin Blaze Romane bei uns als "Tiffany" erscheinen, was meine Lieblingsserie bei Cora ist. Und was mich bei den Cora-Romanen immer stört, nämlich dass die Inhaltsangabe auf der Heftrückseite so "ungenau" ist, tja, das ist auch im Original der Fall. Da wird offensichtlich hinten auch ein schönes "Gschichterl" draufgedruckt, das mit dem Inhalt des Buches dann nur geringfügig etwas zu tun hat. Naja, in diesem Fall gibt es im Großen und Ganzen schon recht korrekt den Inhalt wieder, aber eben nicht ganz. Zumindest wird man gleich drauf vorbereitet, worum es geht, und dass die Story hauptsächlich zwischen den Laken stattfindet. 
Isabella "Bella" Manchelli ist erst vor kurzem in Santa Rey, California, angekommen und arbeitet dort in einem kleinen Laden als Konditorin. Bella ist ständig auf Achse, es hält sie nirgends lang, und so hat sie auch vor, Santa Rey bald wieder den Rücken zu kehren. Trotzdem, oder vielleicht gerade deshalb, hat sie bei der Aktion eines Single-Clubs mitgemacht, die sich "Eight Dates in Eight Days" nennt. Während es ihr bis zur Nr. 7 leicht gefallen ist, die Regeln einzuhalten (keine Nachnamen, kein Sex, kein zweites Date bevor die acht Tage vorbei sind), hat sich Nr. 8 als Volltreffer entpuppt. Leider. Denn was Bella ganz sicher nicht will, ist eine Beziehung, also macht sie sich am nächsten Morgen aus dem Staub und behauptet, sie wandert nach Sibirien aus.
Jacob Madden ist ein Polizist mit Leib und Seele. Da er alleine für seinen Job lebt, hat auch bisher keine Beziehung lange gehalten. Dieses Date, zu dem er eigentlich gar nicht gehen wollte, haben ihm seine Kollegen eingebrockt, die sich einen Spaß erlauben wollten. Und Spaß hatte Jacob dabei definitiv. Der war allerdings schlagartig vorbei, als sich die schöne Bella in der Früh mit einer lausigen Ausrede davongestohlen hat. Er hätte nicht gedacht, dass er sie nochmals wiedersieht, und schon gar nicht in Ausübung seiner Arbeit. Denn Bella hat vor der Hintertür des Ladens, in dem sie arbeitet, eine männliche Leiche gefunden. Als sich auch noch herausstellt, dass der Tote Bellas Date Nr. 2 war, ist Bella natürlich gleich verdächtig. Jacob gibt den Fall sofort ab, als er Bella wiedererkennt, privat ist er jedoch von ihrer Unschuld überzeugt und als noch ein zweiter Mann angeschossen wird, tut er alles, um sie zu beschützen.
Ok, die Story ist an sich ganz nett, auch wenn sie vor Klischees nur so strotzt. Ehrlich gesagt kann ich nicht nachvollziehen, warum das Buch in mehreren englischen Reviews so hoch gelobt wurde. Das Problem bei diesem Format ist meiner Meinung nach, einen halbwegs glaubwürdigen und nachvollziehbaren Suspense-Plot zu schreiben, und dabei gleichzeitig die vorgeschriebene Seitenzahl und die vorgeschriebene Anzahl der Sexszenen einzuhalten. Für mich geht das leider meistens nicht zusammen, wenn die zwei Protagonisten in einen Kriminalfall verwickelt sind, und sich eigentlich permanent vor einem unbekannten Mörder in Acht nehmen müssen, dabei aber trotzdem ständig nur an Sex denken oder welchen haben. Auch Jill Shalvis konnte mich in diesem Buch von der drohenden Gefahr nicht überzeugen. Auch die Motive von Bella, warum sie ständig den Wohnort wechselt und sich nirgends binden will, waren für mich nicht glaubhaft und nachvollziehbar. Eher glaubhaft war der innere Konflikt von Jacob. Von der Idee her zumindest, dargestellt war er auch nicht so sonderlich gut. Die Gedanken der beiden haben sich eigentlich ständig nur um Sex gedreht, wenn sie es nicht ohnehin gerade getan haben. Es tut mir leid, das ist einfach zu wenig. Außerdem krieg ich immer den Horror, wenn einer der beiden angeschossen wird, schwer verletzt im Krankenhaus liegt, aber kaum aus der Narkose erwacht, haben die beiden schon wieder monkey-sex. Also nein, echt nicht!
Gar nicht nachvollziehbar war übrigens das Motiv des Mörders.
Dafür gab es aber einige wirklich witzige Dialoge und einen flotten Schreibstil und die haben der Geschichte wieder einen dicken Pluspunkt eingebracht, und man muss sie ganz einfach als das betrachten, was sie ist: lockere Unterhaltung, ohne Tiefgang, dafür mit garantiertem Happy-End. Einen Bonuspunkt gibt´s außerdem für die Erwähnung von zahlreichen italienischen Leckereien (zB. Cannoli *seufz*), die mir ein bisschen Urlaubsgefühl zurückgebracht haben.

Fazit:
3 Sterne - eine ganz nette Geschichte für zwischendurch, aber nichts, was man unbedingt gelesen haben muss.

Dienstag, 16. November 2010

[Rezension] Suzanne Brockmann: Prince Joe

PRINCE JOE
Romantic Suspense

Autor: Suzanne Brockmann
Verlag: Mira (1996)
Reihe: Tall, Dark and Dangerous, Book 1 (dt.: Operation Heartbreaker)
Paperback, 249 Seiten
ISBN: 1-55166-948-X



Klappentext:
Veronica St. John is facing the challenge of a lifetime. The media consultant has two days to teach a rugged Navy SEAL to impersonate a European prince who has been targeted by terrorists. It´s a tough assignment, but Veronica is sure she´s up to the task - until she acutally meets Joe.
Despite his physical resemblance to the handsome prince, Lieutenant Joe Catalanotto is nothing like the stuffy aristocrat. Everything about the combat-hardened Navy SEAL - from the arrogant gleam in his eyes and streetwise attitude to the New York accent - says regular guy, not royalty. One conversation and Veronica knows nothing could turn this military man into nobility. Joe, on the other hand, is confident he´s got what it takes to complete his duty.
But neither of them expects their assignment to include falling in love...

Kommentar:
Dies ist das erste Buch in Suzanne Brockmanns "Tall, Dark and Dangerous"-Serie. Diese Serie wird unter dem Titel "Operation Heartbreaker" seit heuer auf deutsch von MIRA veröffentlicht. 
Mal vorweg: Als Cleopatra mir vor einiger Zeit die Bücher von Frau Brockmann empfohlen hat, war mein erster Gedanke: "Navy SEALS? Ach nö, ich mag keine Soldaten als Helden!" Trotzdem hab ich es mit der "Troubleshooter"-Serie versucht und, was soll ich sagen, die Jungs sind einfach cool! Ich mag Suzanne Brockmanns Schreibstil und vor allem hab ich festgestellt, dass ich es mag, wenn auch Männer Gefühle haben und diese im Buch auch gezeigt werden.
Die Covers der Heartbreaker-Serie in der MIRA-Ausgabe sind sehr ansprechend und ich bin schon ein paar mal drum herumgelaufen, hab mich aber dann entschieden, dass ich die Serie trotzdem lieber mal im Original probiere, also hab ich "Prince Joe" via bookmooch getauscht. Und ich hab es nicht bereut.
Auch wenn ich die Einstellung der Amerikaner zu ihrem Militär und überhaupt ihr gesamtes Weltbild und ihre Kriegsführung weder nachvollziehen noch gutheißen kann, so kann ich im Fall von Suzanne Brockmanns Büchern, wo das alles natürlich zwischen den Zeilen durchschimmert, darüber hinwegsehen, denn die Frau kann einfach schreiben.

Die Story:
Veronica St. John wurde als Medienberaterin für Prince Tedric von Ustanzia engagiert, der sich auf einer Reise durch die USA befindet, um Gelder für sein Land zu lukrieren. Doch kaum am Flughafen angekommen, wird gleich mal ein Attentat auf ihn verübt. Der arrogante, selbstgefällige Prinz will sich keiner weiteren Gefahr aussetzen und schlägt vor, dass ein amerikanischer Soldat seinen Platz einnimmt, der ihm zum Verwechseln ähnlich sieht. Vor einigen Jahren hat ihm dieser nämlich mal das Leben gerettet. Nicht, dass er sich dafür bedankt hätte, aber nun, da sein Leben wieder mal in Gefahr ist, kommt die Ähnlichkeit doch sehr gut gelegen und der Prinz erinnert sich an ihn.
Veronica hat nun zwei Tage Zeit, aus dem Navy SEAL Joe Catalanotto einen "Prinzen" zu machen. Was sich als nicht ganz einfach herausstellt, denn erstens ist Joe nicht gerade angetan von der Idee, diesem Idioten zu helfen und sich für ihn in die Schusslinie zu stellen und zweitens ist Joe´s Auftreten nicht wirklich das allerfeinste. Als Veronica ihn das erste Mal sieht, hat sie arge Bedenken. Joe hat gerade einen seiner wenigen freien Tage mit zwei seiner Navy SEAL-Kollegen auf einem Fischerboot zugebracht, als er zu diesem Einsatz abkommandiert wird. Man hat ihn mit einem Helikopter abgeholt und er hatte nicht mal Zeit, sich zu duschen oder umzuziehen - in abgerissenen Klamotten, dreckig, nach Fisch stinkend und mit ziemlich schlechter Laune tritt er Veronika gegenüber. Köstlich!
Die Zusammenarbeit der beiden gestaltet sich wirklich nicht einfach. Joe weigert sich, Veronicas "Trainingsplan" mitzumachen. Wenn er schon als Zielscheibe für den Prinzen herhalten muss, dann nach seinen eigenen Regeln. Was die Zusammenarbeit aber noch mehr erschwert, ist, dass die beiden sich enorm zueinander hingezogen fühlen, dies aber nicht zulassen wollen. 
Joe, der aus einfachen Verhältnissen stammt, ist von Anfang an sicher, dass er die gebildete Veronica in sein Bett kriegt, und genau so verhält er sich ihr gegenüber auch. Allerdings will er nicht mehr als das, denn er ist sich bewusst, dass beide aus sehr verschiedenen Gesellschaftsschichten stammen und Veronica sich vielleicht kurzfristig, aber sicher nicht für länger, unters "gemeine Volk mischen" will. Er muss sich jedoch bald eingestehen, dass er sich ernsthaft in die Frau verliebt hat.
Veronica wiederum will auf keinen Fall zulassen, dass sie sich in Joe verliebt, weil er ein Navy SEAL ist, der praktisch jeden Tag sein Leben aufs Spiel setzt. Als er sie aber täglich mit einer neuen Seite seiner Persönlichkeit überrascht, tut sie natürlich genau das - sie verliebt sich in ihn. Sie will aber keine Beziehung mit ihm eingehen, weil sie nicht ständig Angst haben möchte, ihn zu verlieren. Das sagt sie ihm aber nicht, und deshalb hält Joe an seiner "Standesunterschied-Theorie" fest und reagiert dementsprechend - und die beiden missverstehen sich gründlich. Bis es fast zu spät wäre. Denn da sind ja auch noch die Terroristen im Spiel...

Meine Meinung:
Im Gegensatz zu den Büchern der "Troubleshooter"-Serie gibt es hier nur einen einzigen Erzählstrang, die Bücher sind also nicht so komplex - was sie allerdings zu einer wunderbaren "Zwischendurch-Lektüre" macht. Das Buch ist auch gleich in meine Handtasche gewandert, weil es so schön dünn ist. Natürlich sind mir gleich einige Parallelen zu Band 1 der "Troubleshooter"-Serie aufgefallen, vor allem was den Aufbau der Geschichte betrifft. Ganz am Anfang gibt´s eine Rückblick-Szene auf einen Einsatz des Navy SEAL Teams Ten, dessen Kommandant Joe Catalanotto ist. Dann geht die Geschichte im Jetzt weiter, es beginnt das übliche Hin und Her zwischen den Protagonisten und am Ende des Buches gibt´s einen spannenden Showdown mit Geballer.
Als Leser hat man die Möglichkeit, Joe Catalanotto wirklich gut kennenzulernen, denn Suzanne Brockmann schreibt erstaunlich viel aus seiner Perspektive. Im Gegensatz zu anderen Romances, die hauptsächlich oder gar komplett aus der Perspektive der weiblichen Figur erzählt werden, ist das eine wirklich interessante und erfrischende Erfahrung für mich.
Die Motive der beiden sind sehr gut dargestellt, wenn sich auch ein bisschen zuviel in ihren Köpfen abspielt. Dafür hätte Suzanne Brockmann gerne die erotischen Szenen ein bisschen prickelnder ausbauen können, aber man muss natürlich das Alter des Buches da mit einbeziehen. Und ich denke, das war überhaupt eines ihrer ersten Bücher.
Es handelt sich hier auf jeden Fall um einen tollen Serien-Auftakt und man lernt auch schon ein paar andere Mitglieder des SEAL Teams Ten kennen, und das macht Lust darauf, die Serie weiterzuverfolgen.

Nachdem meine ertauschte Ausgabe des Buches nicht meinen optischen Ansprüchen genügt (das Cover ist bäh, der Zustand ist bäh), bestelle ich mir die Serie defintiv neu, denn die ersten sechs Bücher sind heuer in drei Doppelbänden neu aufgelegt worden. Ich hab auch kurz überlegt, die Serie auf deutsch zu lesen, wegen der schönen MIRA-Covers. Vielleicht kann mir jemand von euch sagen, ob die Übersetzungen gut gelungen sind??

FAZIT:
Obwohl das Buch schon ein bisschen älter und der militärische Hintergrund vielleicht nicht jedermanns Sache ist, gibt´s von mir 4 Sterne, weil Suzanne Brockmann es schafft, mir begehrenswerte Helden zu servieren, gekonnt das Knöpfchen für meine Tränendrüsen drückt, sowie einen spannenden Showdown und ein schönes Happy-End bereitet.


Serien-Info:
OT: Tall, Dark and Dangerous - auf deutsch: Operation Heartbreaker

Buch 1 ist auf deutsch unter dem Titel Operation Heartbreaker 01: Joe - Liebe Top Secret erschienen.
Buch 2: Forever Blue (Für immer - Blue)
Buch 3: Frisco´s Kid  (Für einen Kuss von Frisco)
Buch 4: Everyday, Average Jones (Cowboy - Riskanter Einsatz)
Buch 5: Harvard´s Education (Harvard - Herz an Herz)
Buch 6: Hawken´s Heart  (Crash - Zwischen Liebe und Gefahr)
Buch 7: The Admirals´s Bride (Jake - Vier Sterne für die Liebe)
Buch 8: Identity: Unknown  (Mitch - Herz im Dunkeln)
Buch 9: Get Lucky  (Lucky - Nur eine Frage der Zeit)
Buch 10: Taylor´s Temptation
Buch 11: Night Watch

Montag, 15. November 2010

Sarah Kuttner: Mängelexemplar

MÄNGELEXEMPLAR
Roman

Autor: Sarah Kuttner
Verlag: Fischer (2009)
Taschenbuch, 261 Seiten
ISBN 978-3-10-042205-7
Link zu Amazon




Klappentext:
Karo ist klug, kokett, liebenswert und unnahbar und fällt vollkommen unerwartet in einen Abgrund. Als auch die cleversten Selbsttäuschungen nicht mehr helfen, tritt sie verzweifelt und mit wütendem Humor ihrer Depression entgegen. Mit bodenloser Leichtigkeit, selbstironisch und überschwänglich erzählt Sarah Kuttner in ihrem Debütroman von der Verlorenheit, die manches Leben heute aushalten muss.

Kommentar:
Gleich vorweg: ich kenne die Frau Kuttner nicht, weil ich kaum fern schaue. Ich weiß zwar, dass sie irgendwas mit Fernsehen macht, und das steht auch auf dem Buch, ich hab sie aber noch nie gesehen. Und wenn die Frau so spricht, wie sie in diesem Buch schreibt, hätte ich ihre Sendung ganz sicher keine 5 Minuten lang gesehen, bevor ich den Sender gewechselt hätte. 
Die ersten 90 Seiten hab ich sehr schnell gelesen, wie gehetzt sogar, weil der Schreibstil hart an der Grenze des für mich Erträglichen war. Ich wollte es abbrechen, hab mich aber doch dazu aufgerafft, am nächsten Tag weiterzulesen. Schließlich hab ich "Feuchtgebiete" auch überlebt. Irgendwie ging´s dann besser. Entweder hab ich mich an den furchtbaren Stil gewöhnt, oder es wurde tatsächlich erträglicher. 
Irgendwie hatte ich den Eindruck, Frau Kuttner war sich nicht sicher, ob sie Chick-Lit schreiben will, oder doch ernsthaft an das Thema Depression herangehen. Auf jeden Fall ist aus beidem nichts geworden. Die Story ist gähnend langweilig und banal. Der Schreibstil nervt bis zum Erbrechen.
Dass Karo von allen perfekt bemuttert und geliebhabt (sorry, das musste sein) wird, ist in meinen Augen gänzlich unrealistisch. Und ich kann beim Thema Depression und Panikattacken durchaus mitreden. Will ich aber nicht. Karo verhält sich in meinen Augen wie ein Spätpubertierende, sie war mir schlichtweg unsympathisch. Alle anderen übrigens auch. Und jeder stellt ihr gleich sein Bett zur Verfügung? Naja, bei der Mutter kann ichs ja noch glauben. Aber dass die Partnerin ihres Freundes auf der Couch schläft und Karo ihren Platz im Bett überlässt? Also nein, echt nicht. 
Ich glaube nicht, dass jemand ohne Promistatus mit dem Geschreibsel durchgekommen wäre. Für mich nur ein weiteres Beispiel, dass Verlage mit bekannten Namen aus "Funk und Fernsehen" Geld scheffeln (wollen).
Ich will jetzt eigentlich gar nicht mehr länger über das Buch nachdenken, ich fand es einfach total unnötig. 2-3 lustige Sätze gabs. 2-3 geistreiche Sätze. Mehr nicht. Sorry, aber das ist echt zuwenig!

Fazit:
1.5 Sterne. Gerade noch dem Prädikat "Zeitverschwendung" entgangen.

Sonntag, 14. November 2010

[SuB-Zuwachs] Neuzugänge der Woche


Diese Woche sind bei mir wieder drei Bücher via bookmooch eingetroffen!

Aus Deutschland (von der lieben Susi):

Aus Griechenland (nagelneu und ungelesen!):

Aus den USA:



Man beachte bitte:
Ich habe keine einziges neues Buch gekauft!!
Und das obwohl ich am Donnerstag abend in 3 (!) Buchhandlungen war. Ich hatte ein bisschen Zeit und weil ich ohnehin schon unterwegs war, bin ich mit der U3 bis Westbahnhof gefahren. Dort liegt ja gleich die Buchlandung - wo ich genau gar nix gefunden habe. Es gibt zwar eine kleine Abteilung mit englischen Büchern, aber das sind irgendwelche Uralt-Romane, Mainstream-Zeugs, ein bisschen Science Fiction. Absolut nix brauchbares in puncto Romance dabei.

Der nächste Stop war beim Hintermayer. Auch die haben im obersten Stockwerk ein recht großes Angebot an verbilligten Büchern. Bei den englischsprachigen Büchern zeigte sich mir dasselbe Bild wie schon in der Buchlandung. Auch bei den deutschsprachigen Büchern absolut nix Brauchbares. Keine Romances! Wie gibt´s denn sowas?

Nächster Stop Thalia:
Boom - ein Haufen Leute, noch mehr Bücher! Die Masse an neuen Büchern die man im Thalia findet, erschlägt mich jedes Mal wieder aufs Neue. Ich also mal ganz nach hinten zu den English Books. Dort war deutlich weniger los als vorne. Und ich suche und suche - es gibt keine Romances! Die sind ja eigentlich nicht schlecht sortiert, haben aber offensichtlich keine Ahnung, was derzeit so gelesen wird. Natürlich gibt´s die ganzen typischen Mainstream-Neuerscheinungen, auch in der Fantasy eine kleine, sehr bescheidene Auswahl, aber sonst? Auf einem kleinen Tischchen fand ich dann ein Sammelsurium aus Chicklit und zwei, drei Romances. Das war alles!
Also mach ich mich mal auf die Suche nach den deutschen Übersetzungen. Irgendwo müssen die doch bitte auch Bücher haben, die ich (derzeit grad) lesen mag. Wie auch in den beiden Buchhandlungen zuvor, hoffe ich heimlich, dass irgendwo ein Exemplar von "Beyond the Highland Mist" oder auf deutsch "Zauber der Begierde" von Karen Marie Moning herumliegt. (Wenn ihr wissen wollt, warum, schaut mal hier bei Maren nach.)
Aber wieder nix. Totale Fehlanzeige!
Es gibt ein großes Regal voller historischer Romane - die sind ja zur Zeit so in, aber mich interessieren die ganz einfach nicht. Daneben ein Regal voller Chick-Lit, oder was dort sonst so rein passt. Und dazwischen finde ich eine einzige popelige Regalzeile mit LiRos. Vielleicht 15 Stück. Und das bei mehreren tausend Büchern im ganzen dreistöckigen Laden! Das Regalbrett genau drüber war übrigens voll mit Büchern von Barbara Wood. (Für die haben sie also eine ganze Zeile übrig.) Im Regal darunter fanden sich die "Erfahrungsberichte". Schon eine seltsame Anordnung.
Nun gut. Ich hab mir noch schnell den Oyo angesehen und bin dann raus ohne auch nur ein einziges Buch gekauft zu haben. Und den Oyo schon gar nicht, der ist ja sowas von lahm. Völlig unbrauchbar.