Freitag, 27. Januar 2012

[ausgelesen] Suicide City

Erzählung
Verlag: Killroy media (1999)
Hardcover, 77 Seiten

Zitat:
"Ich bin ein gottverdammter kleiner Cracknigger auf seinem letzten Ritt. Eins zu Null für euch." (steht vorn am Cover)

Von der Buchrückseite:
Schiemann erzählt rasant und mit praller Intensität aus dem Drogen-Milieu, dessen traumatischer Alltag bestimmt wird von Rausch, Isolation und Nähe, von Gewalt und Kriminalität. Mit viel Chemie und noch mehr Zynismus schlägt sich Joey - sein Held mit autobiographischen Zügen - durch Suicide City, von der psychiatrischen Verwahranstalt über Junk-WGs bis hin in ein grotesk verzerrtes Landleben.

Mein Eindruck:
Ich habe das Buch kürzlich im roten Bücherschrank am Margaretenplatz gefunden. Wer es dort wohl hineingestellt haben mag? Wie auch immer. Wenn ich es nicht zufällig dort gefunden hätte, hätte ich das Buch sicher niemals gelesen. Wäre jetzt auch kein großer Verlust gewesen. Das soll nicht heißen, dass ich es schlecht fand. Eh nicht. Aber zu Begeisterungsstürmen hat es mich auch nicht hingerissen. Ich habe für die 77 Seiten erstaunlich lange gebraucht, weil ich mich zwischendurch ständig habe ablenken lassen. Was jetzt nicht gerade für die Story spricht. Fesselnd ist anders. 
Die Erzählung bietet in 4 Kapiteln einen Einblick in das Leben eines jungen Junkies. Sie wird aus der Ich-Perspektive erzählt und so erfährt man erst am Schluss überhaupt mal seinen Namen. Sehr gut dargestellt wurde die verquere Wahrnehmung der Realität des jungen Mannes, seine Wahnvorstellungen. Die Story kippt immer wieder in (alp)traumähnliche Sequenzen ab, die allerdings weit weniger verstören, als die ekelerregenden Sexszenen. Gegen Ende wird die Geschichte immer abstruser und der Schluss war für mich beim besten Willen nicht mehr verständlich.

Fazit:
Sprachlich gute Underground-Literatur, allerdings nicht unbedingt spannend und schon gar nicht nachvollziehbar. Achtung: hoher Ekelfaktor!

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