Autor: Frédéric Beigbeder
Verlag: rowohlt paperback, 2002, 159 Seiten
OT: "Vacances dans le coma" (1994)
im Offenen Bücherschrank gefunden
vergriffen, gebraucht erhältlich, zB. bei Amazon
Von der Buchrückseite:
"Das Klo" - so heißt der neue Club, der sich mitten in Paris in Form einer gigantischen Toilette erhebt. Mit einem rauschenden Fest wird die Eröffnung begangen, und Gesellschaftskolumnist Marc Marronnier ist mit dabei, als die Crème de la crème sich zu einer orgiastischen Selbstfeier versammelt, die alle Grenzen sprengt.
Topmodels von gestern und morgen, geliftete Gesichter, Dandys und Rich Kids drängen sich auf der Tanzfläche. In den Toiletten fallen die Hüllen, und die bunten Pillen werden händeweise eingeworfen. Mit jeder Stunde wird deutlicher, was hinter der Fassade der Fun-Society steckt, und zum Schluss fließt Blut. Ausgerechnet hier begibt sich Marc auf die Suche nach der romantischen Liebe. Im Morgengrauen findet er sie, wo er sie am wenigsten erwartet.
Meine Meinung:
Das Buch ist der zweite Teil der "Marc Marronnier-Trilogie" und ich habe es zufällig im Offenen Bücherschrank in der Zieglergasse gefunden. Den ersten Teil Memoiren eines Sohnes aus schlechtem Hause habe ich nicht gelesen, ich erachte es aber auch nicht für zwingend nötig, da die in diesem Buch erzählte Story lediglich eine einzige Nacht im Leben von Marc Marronnier umfasst und meiner Meinung nach auch für sich alleine stehen kann. Der dritte Teil der Trilogie heißt Die Liebe währt drei Jahre, alle drei Bücher sind gemeinsam auch unter dem deutschen Titel Die wilden Jahre erschienen.
Frédéric Beigbeder ist ja mit seinem konsumkritischen Roman Neuunddreißigneunzig 39,90 - der auch verfilmt worden ist - international bekanntgeworden, sein Name war mir ein Begriff, gelesen hatte ich bisher jedoch nichts von ihm, also habe ich das Buch gerne mitgenommen. Und ich hatte es auch relativ rasch ausgelesen, weil es einerseits ja nicht besonders umfangreich ist und andererseits flott geschrieben und durchaus unterhaltsam. Ziemlich kluge Sätze wechseln sich mit ziemlich bizarren Szenen ab, ein Haufen schräger Charaktere gibt sich eine Nacht lang Alkohol, Drogen und Sex bis zum Umfallen. Dazwischen wird randaliert und (keine) Revolution gemacht, Gesellschaftskritik geübt, gekotzt und weitergesoffen. Am Ende ist sich keiner sicher - auch der Leser nicht - was in dieser Nacht wirklich passiert ist und was nicht.
Persönlich interessant fand ich die kurz angedeutete Systemkritik. Immerhin ist der Originaltext schon beinahe zwanzig Jahre alt, wir sind inzwischen noch viel weiter am Abgrund als damals, aber ein Umdenken hat noch immer nicht eingesetzt. Und das, obwohl sich schlaue Köpfe auch damals schon Gedanken gemacht haben...
Fazit:
Nicht schlecht! Sprachlich interessant und unterhaltsam. Hat mich neugierig auf weitere Bücher des Autors gemacht.

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